Ifo-Index
Unternehmen erwarten Konjunkturdämpfer

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September leicht verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank allerdings weniger stark als erwartet. Während die Unternehmen ihre derzeitige Lage nochmals besser beurteilten, sind sie für die kommenden Monate pessimistischer.

HB MÜNCHEN. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank minimal auf 104,9 von 105,0 Punkten, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) mitteilte. Das Barometer für die Erwartungen sank auf 98,9 von 101,4 Punkten im August. Dagegen sprachen die rund 7000 befragten Betriebe von besseren aktuellen Geschäften. Der Teilindex der Lage kletterte von 108,7 auf 111,3 Punkte.

Das Ergebnis spreche für eine Fortsetzung der insgesamt robusten Konjunktur, Anfang kommenden Jahres sei aber mit einem Dämpfer zu rechnen, hieß es. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex auf 104,4 Punkte gerechnet

Mit Blick auf die einzelnen Sektoren betonten die Wirtschaftsforscher, dass das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe stabil geblieben sei. Dabei hätten die Unternehmen im Gegensatz zum August wieder bessere Exportchancen gesehen. Laut Ifo-Institut waren die befragten Betriebe in den drei Bereichen Bau, Einzel- und Großhandel mit der aktuellen Geschäftslage ebenfalls zufriedener als im Vormonat, während die Aussichten für die kommenden sechs Monate vor allem vom Bauhauptgewerbe skeptischer beurteilt wurden.

„Im Moment setzt sich die sehr robuste Entwicklung fort. Für Beginn des nächsten Jahres rechnen wir aber mit einem Dämpfer“, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger. Dabei spiele die Erhöhung der Mehrwertsteuer sicher eine Rolle. Die weitere Entwicklung im kommenden Jahr sei noch nicht richtig absehbar, allerdings gebe es auch einige grundlegend positive Entwicklungen etwa im Investitionsgüterbereich. „Wir können daher momentan nicht sagen, dass es bereits das Ende des Aufschwungs ist“, sagte er.

Der Europäischen Zentralbank (EZB) empfahl der Ifo-Experte, nach der avisierten nächsten Zinserhöhung im Oktober erst einmal abzuwarten und sich damit mit weiteren Zinsschritten zunächst zurückzuhalten. „Der Druck, die Zinsen zu erhöhen, hat sicher nachgelassen“, sagte er.

Die Märkte reagierten kaum auf die besser als erwartet ausgefallenen Ifo-Daten. Der Dax weitete seine Gewinne leicht auf 5947 Punkte aus, der Bund-Future gab 13 Ticks auf 118,38 Punkte nach, der Euro zog etwas an.

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