Ifo-Index
Weltwirtschaftsklima so schlecht wie seit sechs Jahren nicht

Die Finanzkrise in den USA hat die Stimmung in der Weltwirtschaft laut Ifo-Index auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gedrückt. Besonders in den USA, Frankreich, Italien und Spanien wird die derzeitige wirtschaftliche Lage pessimistisch gesehen. Wie die Stimmung in Deutschland ist.

HB MÜNCHEN. Zum dritten Mal in Folge hat sich das Weltwirtschaftsklima deutlich verschlechtert. Der entsprechende Index für das zweite Quartal fiel auf 81,4 Zähler - noch tiefer lag er zuletzt Ende 2001, wie das Münchner Münchner Ifo-Institut mitteilte.

Die 1002 befragten Experten beurteilten sowohl die gegenwärtige Lage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter. „Das einzig Positive ist, dass der Rückgang bei der Einschätzung der Lage stärker ausfiel als bei den Erwartungen“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Gernot Nerb. Das wecke Hoffnungen, dass sich der Index in den kommenden Monaten seinem Tiefstand nähere.

Besonders in Nordamerika und Westeuropa habe sich das Klima eingetrübt. In den USA sei der Indikator erneut am stärksten zurückgegangen. Allerdings beurteilten die Experten dort vor allem die Lage negativer. Für die kommenden sechs Monate zeigten sie sich dagegen nicht mehr ganz so pessimistisch. In Europa verschlechterte sich das Klima besonders stark in Frankreich, Italien und Spanien.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sank das Barometer dagegen vergleichsweise gering. Einige Regionen wie Russland oder Lateinamerika seien gänzlich von der Klimaverschlechterung verschont geblieben, sagte Nerb.

Inflation Thema Nummer eins

Die Preise für Lebensmittel und Energieträger sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Der Ölpreis liegt derzeit auf Rekordniveau. Das hat die Lebenshaltungskosten weltweit verteuert. „Die Inflation ist Thema Nummer eins“, sagte Nerb. Für das laufende Jahr erwarten die Experten eine deutlich höhere Teuerung als 2007. Für Europa rechnen sie mit 2,9 Prozent, in den USA wird sogar mit einer Steigerung der Lebenshaltungskosten um 3,5 Prozent gerechnet. Trotzdem gehen die Experten von sinkenden Notenbankzinsen aus. Sie halten den Dollar und den japanischen Yen für unterbewertet und den Euro für überbewertet.

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