Ifo-Index
Wirtschaft trotz Mehrwertsteuer bester Laune

Der Ifo-Geschäftsklimaindex läuft - und läuft - und läuft: Statt wie von Experten vorausgesagt leicht nachzugeben, hat das wichtigste Konjunkturbarometer der deutschen Wirtschaft leicht zugelegt. Die 7 000 befragten Unternehmer sind mehrheitlich zu dem Schluss gekommen, dass ihnen die höhere Mehrwertsteuer nicht viel anhaben kann.

HB MÜNCHEN. Wie das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Donnerstag mitteilte, wurde für November ein Indexstand von 106,8 ermittelt. Der Index erreichte damit - wie bereits im Juni, als derselbe Wert verzeichnet wurde - den höchsten Stand seit Februar 1991. Im Vormonat betrug der Stand 105,3 Punkte. „Diese Umfrageergebnisse lassen eine Fortsetzung des konjunkturellen Aufschwungs erwarten“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Von Nachrichtenagenturen befragte Volkswirte hatten mit einem leichten Rückgang auf 105,2 bis 105,0 Zähler gerechnet.

Die rund 7 000 befragten Unternehmen bewerten nach Ifo-Angaben sowohl ihre Geschäftsaussichten als auch ihre aktuelle Lage positiver. Der Teilindex für die Erwartungen auf Sicht von sechs Monaten stieg auf 100,1 von 99,2 Punkten im Vormonat. Der Lageindex stieg auf 113,9 von 111,9 Zählern.

Sinn bezeichnete den Anstieg des Geschäftsklimas als „merklich“. Ein weiteres Mal verbessert zeigte sich das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe, wo sowohl Lagebeurteilung wie auch Erwartungen abermals zulegten. „Weiter steigende Chancen sehen die Industrieunternehmen im ohnehin schon starken Exportgeschäft“, kommentierte das Institut. Auch im Bauhauptgewerbe und im Großhandel sei das Geschäftsklima besser gewesen, in beiden Fällen ebenfalls von beiden Indexkomponenten getrieben.

Einzelhändler als einzige pessimistischer

Dagegen ist das Geschäftsklima im Einzelhandel nach Angaben des Instituts gesunken. Zwar seien die Befragungsteilnehmer in diesem Bereich erneut zufriedener mit der aktuellen Situation gewesen, „doch äußerten sie in ihren Erwartungen zunehmende Skepsis“. Laut Ifo war der Anstieg des Geschäftsklimas in Ostdeutschland „deutlicher ausgeprägter“ als im Bundesdurchschnitt.

Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger ergänzte, es sei noch nicht abzuschätzen, ob das nun erreichte Niveau des Index das Ende des Anstieges sei. Es gebe sehr viele Branchen, die eine wirklich sehr gute Geschäftslage hätten. Es gebe aber auch noch Bereiche, in denen sich diese verbessern könne, sagte Abberger. Das gelte vor allem für den Einzelhandel und den Bau. „Dort gibt es noch Luft nach oben“, sagte Abberger.

Den jüngsten Anstieg des Euro sieht das Institut noch nicht als Belastung für die deutsche Wirtschaft. „Bis 1,30 Euro haben wir noch keine großen dämpfenden Effekte“, sagte Abberger. Genau dieser Marke nähert sich die Gemeinschaftswährung derzeit an. Abberger ergänzte, eine Anhebung der Leitzinsen auf 3,5 Prozent durch die Europäische Zentralbank (EZB) im Dezember wäre gerechtfertigt. Über weitere Schritte müsse dann im Einzelfall entschieden werden. Einen Automatismus gebe es nicht.

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