Ifo-Institut
Deutschland bald Wachstums-Schlusslicht in der EU

Laut einer Prognose des Ifo-Instituts wird Deutschland beim Wachstum im Wahljahr 2009 Schlusslicht in Europa bilden. Die jetztige Konjunkturlokomotive der Euro-Zone leide stark unter dem weltweiten Abschwung und würde dann nur noch um ein Porzent zulegen und damit etwa halb so hoch wie in der gesamten Europäischen Union.

HB BERLIN. Deutschland würde sogar hinter das derzeit von Rezessionssorgen geplagte Italien zurückfallen und auch von Frankreich überholt. Für 2008 sagen die Ifo-Forscher in ihrer Prognose vom Dienstag Deutschland ein Plus von 2,4 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt voraus. Damit hätte das bevölkerungsreichste Land der EU in der Euro-Zone noch klar die Nase vorn.

Nach dem vom milden Winter begünstigten Auftaktquartal sei jedoch bereits im zweiten Vierteljahr mit einem leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zu rechnen. Auch Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba befürchtet, dass die Wirtschaft im Frühjahr geschrumpft sein könnte. Eine Stagnation wäre bereits ein gutes Ergebnis, sagte Otremba in Berlin. Der starke Euro trage dazu bei, die Folgen des rapiden Anstiegs beim Ölpreis abzufedern, aber die Nachteile überwögen.

In den ersten drei Monaten wuchs die Wirtschaft um 1,5 Prozent und damit so stark wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Nach der Delle im zweiten Quartal dürfte es im zweiten Halbjahr moderat bergauf gehen, prognostiziert das Ifo: "Die gesamtwirtschaftliche Produktion dürfte zwar wieder etwas anziehen, die Dynamik dürfte aber dabei vergleichsweise schwach bleiben." Die Abkühlung der Weltkonjunktur werde den Außenhandel bremsen, zudem dämpften der starke Euro und die hohen Ölpreise.

Auch vor diesem Hintergrund müssen sich die Verbraucher nach Ifo-Einschätzung noch das gesamte Jahr auf eine relativ hohe Inflation einstellen, bevor die Preisschübe bei Energie und Lebensmitteln 2009 nachlassen werden. Für 2008 sagen die Forscher eine Teuerungsrate von 3,1 Prozent voraus. Im kommenden Jahr soll sie auf 2,4 Prozent sinken.

Die Lage am Arbeitsmarkt wird sich dem Münchner Institut zufolge 2008 weiter aufhellen: Es sei mit einem Abbau der Arbeitslosigkeit um mehr als eine halbe Million auf knapp 3,3 Mill. zu rechnen, schrieben die Forscher: "Im Jahr 2009 dürfte sich die Arbeitslosigkeit verhaltener reduzieren und im Jahresdurchschnitt bei etwas unter 3,1 Mill. liegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%