Ifo-Institut
„Konjunkturampeln bleiben in Deutschland auf gelb“

Kein selbstragender Aufschwung und schwierige Finanzierungsbedingungen der Unternehmen – das Münchner Ifo-Institut bewertet die Entwicklung der deutschen Wirtschaft kritisch. „Die Konjunkturampeln in Deutschland bleiben auf gelb, mit einer Grünphase ist nicht zu rechnen“, hieß es. Dennoch revidierten die Forscher ihre Konjunkturprognose deutlich nach oben. Auch Börsenprofis blicken skeptischer auf die Konjunktur.
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HB BERLIN/MÜNCHEN/MANNHEIM. Auf der einen Seite dürften sich die endogenen Auftriebskräfte allmählich wieder stärken, andererseits liefen aber die Konjunkturpakete allmählich aus, hieß es. Die Wirtschaft werde nach der Rezession 2009 im nächsten Jahr zwar um 1,7 Prozent zulegen und 2011 erneut um 1,2 Prozent wachsen, teilten die Münchner Forscher am Dienstag mit. Die Entwicklung der Wirtschaft erweise sich aber wegen der schwierigen Finanzierungsbedingungen der Unternehmen immer noch als labil. Die Kredithürden für neue Investitionen und Arbeitsplätze seien immer noch hoch. Trotz besserer Konjunkturaussichten erwartet das Ifo-Institut vorerst keinen selbstragenden Aufschwung.

Für das laufende Jahr rechnet das Ifo mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 4,9 Prozent. Damit zeigten sich die Münchner optimistischer als noch im Sommer. Bislang hatten sie eine Rate von minus 6,3 Prozent veranschlagt. Für 2010 hatten die Konjunkturforscher bislang ein leichtes Minus von 0,3 Prozent angenommen.

Auch Börsenprofis blicken skeptischer auf die deutsche Wirtschaft im neuen Jahr. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen fiel im Dezember auf 50,4 Zähler von 51,1 Punkten im Vormonat, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. Experten hatten mit einem Rückgang auf 50,0 Punkte gerechnet. Die Lage beurteilten die Experten dagegen besser als im Vormonat. Dieser Teilindex stieg auf 60,6 von minus 65,6 Punkten. Experten hatten mit einem Anstieg auf minus 61,0 Punkte gerechnet.

Für den Euroraum ergibt sich laut ZEW eine ähnliche Tendenz wie für Deutschland. Die Konjunkturerwartungen sanken um 3,8 Punkte auf 48,0 Punkte, während die Lagebeurteilung um 2,5 Punkte auf minus 67,8 Punkte stieg.

ZEW-Chef Wolfgang Franz sagte: „Wir sind nach wie vor in einem Rezessionstal. Im nächsten Jahr werden wir eine Erholung, aber keinen Aufschwung bekommen.“ Treibende Kraft seien die Exporte. Wie sehr die Investitionen im kommenden Jahr zum Wachstum beitrügen, hänge auch von der Kreditvergabe der Banken ab. „Diese haben jedoch gleichzeitig die schwierige Aufgabe, ihre Bilanzen zu sanieren.“

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