Ifo-Investitionstest
Ost-Industrie will 2006 deutlich mehr ausgeben

Die Industrie in den neuen Bundesländern plant nach Umfragen des Münchener Ifo-Instituts, seine Ausgaben für Investitionen in diesem Jahr erheblich zu steigern. Nach den bis Anfang Juni abgeschlossenen Erhebungen bei mehr als 1000 Firmen rechnet Ifo mit einem Anstieg der ostdeutschen Investitionsausgaben gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent auf etwa 7,5 Mrd. Euro. 2005 waren die Investitionen allerdings um fast 15 Prozent gekürzt worden - stärker als ursprünglich beabsichtigt.

ari DÜSSELDORF. Bei den Investitionsausgaben der ostdeutschen Industrie spielen Großprojekte eine gewichtigere Rolle als im Westen, weil die Investitionssumme wesentlich kleiner ist. Berücksichtigt man, dass 2004 die Papierindustrie in den neuen Bundesländern mehrere Großprojekte abgeschlossen hatte, waren die realisierten Investitionen der Ost-Industrie ohne diese Branche 2005 nur 7 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Dies geht aus dem jüngsten, heute veröffentlichten Investitionstest des Münchener Ifo-Instituts für die neuen Bundesländer hervor. Allerdings hatte die halbjährliche Umfrage des Instituts Mitte vergangenen Jahres nur ein bereinigtes Minus von 2,5 Prozent erwarten lassen. Der stärkere Rückgang der Investitionen ist laut Ifo weitgehend auf zwischenzeitlich erfolgte Verschiebungen der Investitionspläne zurückzuführen.

Das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut ist zuversichtlich, dass bei der ostdeutschen Industrie konjunkturell ausgelöste Investitionen künftig eine größere Bedeutung haben werden als in den vergangenen Jahren. Der Tiefpunkt von rund 6,5 Mrd. Euro Investitionsausgaben im Jahr 2003 werde vermutlich in den nächsten Jahren nicht unterschritten, heißt es in der Studie. Mittelfristig rechnen die Ifo-Experten bei sich verbessernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit steigenden Investitionen der Ost-Industrie. In den vergangenen zwei Jahren war aus den Firmenplanungen dagegen eher auf tendenziell rückläufige Investitionen geschlossen worden.

Die Elektrotechnik bleibt nach der Ifo-Erhebung auch 2006 die Ost-Branche mit der höchsten Investitionssumme. Sie steigt nach den Planungen um 150 Mill. auf 1,6 Mrd. Euro. Die chemische Industrie rückt auf Platz zwei vor und will ihre Investitionsausgaben um 430 Mill. auf 1,150 Mrd. Euro erhöhen. Ein Teil des Zuwachses entfällt laut Ifo auf neue Anlagen zur Produktion von Biodiesel. Die Chemieindustrie verdrängt den Straßenfahrzeugbau auf Platz drei - die Branche will als einzige der großen ihre Investitionen nochmals deutlich um 130 Mill. auf 850 Mill. Euro senken, weil Großprojekte allmählich auslaufen. Klammert man den Straßenfahrzeugbau aus, wird die Ost-Industrie 2006 ihre Investitionsausgaben nach Ifo-Berechnungen sogar um 16 Prozent steigern.

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