Ifo-Konjunkturchef
Im vierten Quartal ging es der Industrie gut

Der deutschen Industrie ging es trotz des Auftragsverlustes im Dezember im gesamten vierten Quartal "gut". Das sagte der Konjunkturchef des Münchener Ifo-Instituts Kai Carstensen dem Handelsblatt. Das unterstreiche auch eine Ifo-Umfrage unter Unternehmen.

DÜSSELDORF. Im Dezember habe die Reichweite abzuarbeitender Aufträge bei über drei Monaten gelegen. "So hoch war der Bestand an Aufträgen die letzten zehn Jahre nicht", sagte Carstensen. "Das wird aber nicht so bleiben, deuten die Geschäftserwartungen an."

Wie lange die deutsche Industrie ihren positiven Trend fortsetzen kann, hängt laut Carstensen "ganz stark von der US-Wirtschaft ab". Könne die USA eine Rezession noch verhindern, dürften die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft gering sein, da der Anteil der US-Exporte mit weniger als zehn Prozent relativ gering sei. "Dass die Abhängigkeit von der US-Wirtschaft kleiner wird, hilft uns im Falle einer Rezession allerdings nicht. Sie würde mit gut einem halben Jahr Zeitverzögerung auch bei uns deutliche Bremsspuren hinterlassen."

Eine Rezession in Deutschland hält der Konjunkturexperte allerdings "nicht für wahrscheinlich. In eine Rezession schlittern wir nur dann, wenn die hiesige Wirtschaft so schwach wird, dass schon ein exogener Schock ausreicht, um sie aus der Bahn zu werfen", sagte Carstensen. Wie gut die deutsche Wirtschaft 2008 gewappnet ist, steht und fällt aus Sicht von Experten mit der Entwicklung des privaten Konsums. Carstensen zählt auf, was ihn trotz wenig ermutigender Signale optimistisch stimmt: "Die Inflation bildet sich zurück, vor allem wenn der Ölpreis aufgrund des weltweit schwächeren Wachstums sinken würde." Das sorge zumindest dafür, dass der Kaufkraftverlust aufgehalten wird. "Der Beschäftigungsaufbau hält an, zeigt unsere Umfrage, wenn auch mit abnehmender Dynamik." Und die Tarifabschlüsse dürften höher ausfallen als zuletzt. Sie seien allerdings eine Gratwanderung. "Fallen sie zu hoch aus, kostet das Jobs. Das gilt auch für Mindestlöhne."

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