Ifo-Umfrage
Der Aufschwung in der Euro-Zone hält an

Im zweiten Quartal hat die Konjunktur in der Euro-Zone an Fahrt verloren. Das dürfte aber nur ein kurzer Dämpfer gewesen sein. Eine Umfrage des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung ergibt: Im zweiten Halbjahr setzt sich der Aufschwung fort.

doh DÜSSELDORF. Nach einem schwachen Frühjahr sind die Aussichten für die Konjunktur der Euro-Zone für das zweite Halbjahr besser. Sowohl die aktuelle wirtschaftliche Situation – die auf einem sechsjährigen Hoch liegt – als auch die konjunkturellen Erwartungen legten im dritten Vierteljahr im Vorquartalsvergleich zu. Das spreche „für einen anhaltenden Konjunkturaufschwung im zweiten Halbjahr 2007“, kommentierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Das so genannte Ifo-Wirtschaftsklima ist ein Barometer, das sich auf eine vierteljährlich erhobene Umfrage unter Konjunkturexperten aus multinationalen Unternehmen und international agierenden Institutionen stützt. Für die aktuelle Umfrage wurden im August mehr als 250 Konjunkturbeobachter befragt.

Im zweiten Quartal hatte sich der Aufschwung in der Euro-Zone und in Deutschland deutlich abgeschwächt. Die Ifo-Umfrage war bereits abgeschlossen, als das bekannt wurde. Die Münchner Wirtschaftsforscher rechnen nun damit, dass die Erholung nach der Verschnaufpause an Fahrt gewinnt. Die Indizien sprächen "auf jeden Fall dafür", sagte Ifo-Ökonom Gernot Nerb.

In den Niederlanden, Finnland, Irland und Luxemburg bewerten die Befragten die aktuelle Lage am besten. Auch in Deutschland und Österreich fielen die Urteile „ausgesprochen positiv“ aus, schreibt das Münchener Institut. Portugal sei das einzige Land im gesamten Währungsgebiet, in dem die Befragten die aktuelle wirtschaftliche Situation erneut als schlecht einstuften.

Der Blick auf die kommenden sechs Monate fällt ebenso mehrheitlich optimistisch aus: Mit Ausnahme von Irland und Spanien rechnen die befragten Experten in allen Euroländern mit einem Anhalten des Wirtschaftsaufschwungs in der zweiten Jahreshälfte. Auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragte Ökonomen haben jüngst ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr im Euro-Raum erhöht. Sie erwarten ein Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 2,7 Prozent in diesem Jahr und um 2,3 Prozent im nächsten Jahr.

Eine weltweite Umfrage veröffentlicht das Ifo-Institut in der kommenden Woche. Ein Ergebnis nannten sie bereits gestern: Die Inflation wird 2007 mit 2,1 Prozent etwas niedriger als 2006 mit 2,2 Prozent ausfallen, erwarten die weltweit befragten Experten. Damit würde sie aber noch immer die Zielmarke der EZB übertreffen. Die Zentralbank peilt eine Teuerungsobergrenze von „unter, aber nahe zwei Prozent“ an. So rechnet die Mehrheit der Befragten weiter steigende Leitzinsen in den kommenden sechs Monaten.

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