IfW-Prognose 2007
Deutschland im Bilderbuch-Aufschwung

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Prognose für Deutschland kräftig angehoben. Demnach soll die deutsche Konjunktur 2007 das Wachstum des Vorjahres sogar leicht übertreffen. Von einem „Boom“ wie nach der Wiedervereinigung ist die Rede.

HB KIEL. Die Kieler Forscher schraubten ihre Prognose für die Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts noch einmal deutlich herauf: von 2,1 auf 2,8 Prozent, nach 2,7 Prozent im Jahr 2006.

Zwar seien wegen der Mehrwertsteuererhöhung viele Käufe vorgezogen worden. Jedoch verleihen der Aufschwung am Arbeitsmarkt und die vollen Auftragsbücher der Wirtschaft deutlichen Schwung.

Das IfW verglich die gegenwärtige Situation mit dem Boom von 1990 nach der Wiedervereinigung. Die Kapazitätsauslastung der Industrie sei mit 87,5 Prozent für Gesamtdeutschland auf den höchsten Stand jemals gestiegen.

Der Motor der Aufschwungs bleibt laut IfW die Binnenkonjunktur, während sich die Exportdynamik abschwächen soll. Von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet das IfW im laufenden Jahr keine Impulse mehr. Die EZB dürfte ihren Leitzins im Juni und um September um jeweils 0,25 Prozentpunkte anheben. Zum Jahresende dürfte der Leitzins dann bei 4,25 Prozent liegen. Für den Euro ist ein Wechselkurs von 1,30 US-Dollar unterstellt.

Das Haushaltsdefizit des Staates wird laut IfW von 1,7 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt 2006 auf 0,7 Prozent im laufenden Jahr fallen. Verantwortlich für den Rückgang seien der robuste Aufschwung sowie Maßnahmen um das strukturelle Defizit des Staates zu reduzieren.

„Ausgesprochen günstig hat sich auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt entwickelt“, erklärte das IfW. Die Arbeitslosenquote werde sich weiter verringern und von 10,8 Prozent im Jahr 2006 auf 8,8 Prozent in 2007 fallen. Im kommenden Jahr soll die Quote dann auf 8,0 Prozent sinken Die Jahresinflationsrate wird laut IfW von 1,7 Prozent in 2006 auf 1,5 Prozent im laufenden Jahr sinken. Insbesondere steigende Löhne dürften im Jahr 2008 zu einem Anstieg der Jahresinflationsrate auf 1,9 Prozent

2008 werde das Wachstum mit 2,4 Prozent dann allerdings etwas geringer sein. Im kommenden Jahr „verliert der Aufschwung an Fahrt, nicht zuletzt auf Grund stärkerer Lohnsteigerungen“, erwarten die Kieler Forscher. Sie gehen aber vor allem auf Grund des hohen Wachstumsniveaus zu Jahresbeginn 2008 von einem Plus von immer noch 2,4 Prozent für das Gesamtjahr aus.

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) will seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr anheben. „Wir werden auf 2,2 oder 2,3 Prozent gehen“, sagte der stellvertretende Chef der DIW-Konjunkturabteilung, Christian Dreger, dem „Tagesspiegel“. Bislang hatte das Institut eine Wachstum von 1,7 Prozent vorhergesagt.

Allein wegen des guten Wachstums im vergangenen Jahr habe man die Prognose anheben müssen, wurde Dreger weiter zitiert. 2008 werde die Konjunktur noch stärker anziehen und das Wachstum in Richtung 2,6 Prozent gehen.

Am Wochenende hatte schon der Vize-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Handelsblatt-Interview erklärt, dass er ein robustes, dauerhaftes Wachstum in Deutschland erwartet. Eine Umfrage der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young ergab zudem, dass sich der deutsche Mittelstand so kräftig fühlt wie seit Jahren nicht mehr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%