IfW-Prognose: Klimawandel kostet Wachstum

IfW-Prognose
Klimawandel kostet Wachstum

Das Kieler Institut für Wirtschaftsforschung (IfW) stimmt die Deutschen auf eine weitere unangenehme Nebenwirkung des Klimawandels ein: Das renommierte Institut hat ausgerechnet, dass dadurch unser Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahrzehnten gebremst wird. Und die Forscher haben noch eine wenig erfreuliche Botschaft.

HB KIEL. Wegen der steigenden Temperaturen könne die Bundesrepublik in den letzten drei Dekaden jährlich 0,1 bis 0,5 Prozent des Sozialprodukts verlieren, lautet das Ergebnis der am Donnerstag in Hamburg veröffentlichten Studie des IfW, die gemeinsam mit dem Umweltverband World Wildlife Fund (WWF) entstand. Zudem sei mit einer starken Zunahme von Hitzetoten zu rechnen. Die Forscher untersuchten die Wirkung steigender Temperaturen auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Bürger in den Jahren 2071 bis 2100.

Demnach nimmt die Zahl der Hitzetage in Deutschland mit mehr als 32 Grad gefühlter Temperatur deutlich zu, was die Leistung der Menschen senke. Die Forscher gehen davon aus, dass die Arbeitsproduktivität jährlich um bis zu zwölf Prozent abnehmen wird und der Volkswirtschaft so einen Verlust von bis zu zehn Milliarden Euro im Jahr zufügt.

Ohne Anpassungsreaktionen erwarten die Experten zudem, dass die Zahl der Hitzetoten um 5000 bis 15 000 im Jahr ansteigen wird. Die Krankenhauseinweisungen wegen hitzebedingter Beschwerden würden sich mehr als versechsfachen von derzeit 24 500 auf dann 150 000 Patienten. Alleine die Krankenhauskosten stiegen in den letzten drei Dekaden des Jahrhunderts um 300 bis 700 Millionen Euro im Jahr, berichteten die Forscher weiter. Eine Vielzahl ungeklärter Gesundheitswirkungen wie etwa die Ausbreitung von Zecken und neuer allergener Pflanzen sei überdies noch nicht erforscht.

WWF und IfW forderten die Bundesregierung auf, sich für eine Reduktion der CO2-Emissionen in Europa um 30 Prozent bis 2020 einzusetzen. Um seiner Rolle als Vorreiter in der Klimapolitik gerecht zu werden, müsse Deutschland beim Emissionshandel die von der EU-Kommission geforderte Mindestgrenze von 453 Millionen Tonnen CO2 akzeptieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den Klimaschutz als zentrales Thema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hervorgehoben.

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