Im Herbst 2011
BA-Chef Weise erwartet 2,8 Mio. Arbeitslose

Für den Herbst prognostiziert der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, den tiefsten Arbeitslosenstand seit 20 Jahren. Zugleich rechnet der Jobvermittler aber auch mit Engpässen bei den Arbeitskräften.
  • 0

BerlinDie Arbeitslosenzahlen fallen laut des Chefs der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, im Herbst auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. „Ich gehe davon aus, dass wir die Zahl von 2,8 Millionen Arbeitslosen sehen werden“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise in einem Reuters-Interview . „Ich weiß allerdings nicht, ob von oben oder von unten.“ Die Zahl von drei Millionen Arbeitslosen werde in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr überschritten: „Wenn es keinen konjunkturellen Dämpfer gibt und der Winter nicht zu früh einsetzt, bleibt das so für den Rest des Jahres.“

Im April hatte die Bundesagentur noch 3,078 Millionen Arbeitslose registriert. Für Mai erwartet sie erstmals seit dem vorigen November einen Rückgang unter drei Millionen.

„Das ist eine Marke, die Mut macht und zeigt, dass sich etwas zum Besseren bewegen lässt“, sagte der Chef der Nürnberger Behörde. „Aber es bleiben eben doch sehr viele Menschen ohne Arbeit, und die Aufgabe bleibt ja bestehen, diesen Menschen zu helfen.“ Es herrsche hohe Dynamik. „Da verlieren rund sieben Millionen Menschen jedes Jahr ihre Arbeit, und sieben Millionen finden zurück in Arbeit. Das ist die Größenordnung, die meinen Auftrag definiert“, sagte Weise.     

Engpässe bei Arbeitskräften werden sich verschärfen 

Die hohe Zahl von einer Million unbesetzten Arbeitsplätzen wollte Weise noch nicht als Ausweis eines Fachkräftemangels werten, wenngleich es in einigen Berufen bereits Engpässe gebe. „Eine Million offene Stellen und mehr gab es auch in vergangenen Jahren schon, als noch niemand von Fachkräftemangel sprach“, sagte der BA-Chef.

Die Zahl beweise, dass die Konjunktur in Fahrt gekommen und der Arbeitsmarkt aufnahmefähig sei. Fachkräftemangel zeige sich erst dann, wenn es nicht oder nur schwer gelinge, die offenen Stellen zu besetzen. „Und da haben wir in einigen Berufen und Regionen klare Indizien, dass es zu Engpässen kommt“, sagte Weise. Der BA-Chef nannte Metallberufe, Ärzte, Pflegekräfte und Ingenieure: „Noch sind diese Engpässe kein flächendeckendes Problem, aber die Lage wird sich verschärfen.“

Im Oktober und November war in den vergangenen Jahren stets die geringste Arbeitslosigkeit im Verlauf eines Jahres verzeichnet worden. Weniger als 2,8 Millionen Arbeitslose gab es in diesen Monaten zuletzt 1991.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Im Herbst 2011: BA-Chef Weise erwartet 2,8 Mio. Arbeitslose"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%