Im zweiten Quartal Wachstum um 0,6 Prozent erwartet
DIW: Wirtschaftswachstum gewinnt an Fahrt

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet für das zweiten Quartal durch den starken Export mit einer deutlichen Beschleunigung des heimischen Wirtschaftswachstums.

HB BERLIN. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde voraussichtlich um 0,6 % gegenüber dem Jahresauftaktsquartal wachsen, schätzte das DIW am Mittwoch. „Die aktuelle Verfassung der deutschen Konjunktur sieht nicht schlecht aus. Mittlerweile scheint der Funke übergesprungen zu sein - zumindest auf die Industrie“, erläuterte DIW-Konjunkturexperte Andreas Cors und bezeichnete den schwachen privaten Konsum als Achillesferse des Aufschwungs.

In einer ersten Schätzung hatte das DIW vor einem Monat das Wachstum im zweiten Quartal zunächst auf 0,3 % beziffert. Zum Jahresbeginn war das BIP um 0,4 % gewachsen, wobei das DIW das Wachstum zuvor nur auf 0,2 % geschätzt hatte.

Das DIW begründet seine optimistischere Prognose mit positiven Daten zum Auftragseingang im April, dem Verkauf von Investitionsgütern und den Einzelhandelsumsätzen. „Die Verbraucherstimmung ist allerdings nach wie vor verhalten“, schränkten die Forscher ein. Der private Konsum werde trotz einem leichten Anstieg im zweiten Quartal weiter hinter dem allgemeinen Aufwärtstrend zurückbleiben.

„Bestimmend für die aktuelle Konjunktur ist die außenwirtschaftliche Belebung“, erklärte das DIW. Mit dem Rückenwind der Auslandskonjunktur werde Deutschland die lange Phase der Stagnation überwinden. Der deutsche Export-Boom setzte sich jüngsten Daten vom Mittwoch auch im April fort. Von März auf April stiegen die Ausfuhren bereinigt um gut fünf Prozent und lagen damit knapp 16 % über Vorjahresniveau.

Das DIW hat diese neuen Daten bereits in seiner Prognose berücksichtigt. „Das ist auch ein Grund, warum es so kräftig nach oben ging“, begründete Cors die Aufwärtsrevision. Für das Gesamtjahr prognostiziert das DIW bisher ein Wirtschaftswachstum von 1,4 %. Mit Blick auf die zuletzt guten Daten sagte Cors jedoch: „Das wird jetzt eng, weil das Wachstum auch zu Jahresanfang überraschend hoch war."

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