Importe legen zu
Exporte kommen nur schleppend voran

Der Aufschwung kommt nur langsam in Fahrt. Deutsche Firmen haben im Februar etwas weniger exportiert als im Vormonat - allerdings deutlich mehr als noch im Februar des vergangenen Jahres. Volkswirte waren sich uneinig, ob der Rückgang lediglich eine technische Gegenreaktion zum starken Exportwachstum im Januar ist oder bereits auf ein Abflauen der Weltwirtschaft hindeutet.

HB WIESBADEN. Bereinigt um saisonale Einflüsse habe der Wert der Ausfuhren im Vergleich zum Januar diesen Jahres um 2,5 Prozent auf 56,7 Mrd. Euro abgenommen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Damit Exportierte die deutsche Wirtschaft aber immer noch 5,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Der Rückgang im Februar ist nichts anderes als eine technische Korrektur des Exportwachstums im Januar von 4,5 Prozent“, sagte Jörg Krämer von der Fondsgesellschaft Invesco. „Alles deutet darauf hin, dass die Exporte im ersten Quartal sehr stark steigen werden.“ Auch Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort Wasserstein sprach von einer technischen Reaktion, sah aber auch erste Anzeichen einer Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums.

Den Exportanstieg im Jahresvergleich bezeichnete Volkswirt Guntermann als „immer noch recht ordentlich“, sagte aber einschränkend: „Das Exportwachstum hat möglicherweise seinen Zenit schon gesehen, jetzt geht ihm langsam die Luft aus.“ Der Export werde in den kommenden Monaten weiter mit der Euro-Stärke zu kämpfen haben, weil sich die Aufwertung erst mit Verzögerung niederschlage. „Jetzt hilft allerdings wieder der Rückgang des Wechselkurses, aber auch erst mit Verzögerung“, sagte Guntermann. Sein Kollege Krämer verwies zwar auf die grundsätzlich dämpfende Wirkung des Euro, betonte aber: „Wir können den Euro nicht heranziehen, um Monatswerte zu interpretieren.“ Der Euro hatte im Februar sein Allzeithoch von knapp 1,30 Dollar erreicht. Am Donnerstagmorgen notierte die Gemeinschaftswährung bei rund 1,22 Dollar.

Mehr Importe

Die Einfuhren lagen 1,4 Prozent über ihrem Januar-Niveau und damit 3,5 Prozent über dem Vorjahr. Der deutsche Handelsbilanzüberschuss schrumpfte deshalb leicht auf 12,1 von 12,5 Mrd. Euro. Die Leistungsbilanz schloss mit einem Plus von 5,1 Mrd. Euro nach Minus 0,7 Milliarden Euro im Januar ab.

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