Impulse nur durch Außenwirtschaft
Banken erwarten schwaches Wachstum

Nur 1,5 Prozent Wachstum erwarten die privaten Banken in Deutschland - trotz eines kräftigen Aufschwungs der Weltwirtschaft. Grund dafür seien strukturelle Probleme.

HB BERLIN. Dies sei auch ein Beleg dafür, dass es in Deutschland vor allem strukturelle Probleme gebe, erklärte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Montag in Berlin. Eindringlich warnte der Verband zugleich vor einem Reform-Stillstand bis zur Bundestagswahl 2006. Dies wäre „fatal“, hieß es.

Im kommenden Jahr rechnen die Experten mit einem Anstieg des deutschen Bruttoinlandsproduktes um 1,7 Prozent. Die Prognose liegt damit in etwa auf dem Niveau der Erwartungen der Bundesregierung, die mit 1,5 Prozent 2004 und 1,8 Prozent 2005 rechnet. Die Arbeitsmarktprobleme blieben ungelöst.

Der Vorsitzende des BdB-Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik, Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter sagte: „Weil sich der wirtschaftspolitische Reformwille nicht durchsetzt, rechnen wir in den kommenden Monaten mit einem Anhalten des Schmalspurwachstums.“ Gestützt werde die deutsche Wirtschaft hauptsächlich von außenwirtschaftlichen Impulsen. Dabei präsentiere sich die Weltwirtschaft „in einer überraschend guten Verfassung.“ Risiken lägen aber in den stark gestiegenen Öl- und Rohstoffpreisen.

Ein großes Problem in Deutschland sehen die Chefvolkswirte der Banken in der Entwicklung des privaten Konsums. Im laufenden Jahr sei hier nur mit einem Plus von 0,5 Prozent zu rechnen. Und auch im kommenden Jahr werde die Wachstumsrate mit 1,4 Prozent immer noch unterdurchschnittlich sein. Die mangelhafte Zugkraft des privaten Verbrauchs sei dabei vor allem auf die sehr schlechte Entwicklung am Arbeitsmarkt zurückzuführen.

Wegen zahlreicher statistischer Bereinigungen sei eine Prognose der Arbeitslosenzahlen für Deutschland derzeit besonders unsicher. Im Jahresdurchschnitt 2004 werde zwar mit einem leichten Rückgang der Zahl der Arbeitslosen gerechnet. Die Zahl der Erwerbstätigen werde aber nicht zunehmen. „Eine von der Konjunktur getragene sichtbare Besserung am deutschen Arbeitsmarkt erwarten wir auch 2005 nicht“, heißt es in dem Konjunkturbericht. Zentraler Grund für die Misere seien dabei die hohen Lohnzusatzkosten, vor allem die Sozialbeiträge.

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