In 2004 zwei Prozent Wachstum erwartet
OECD erwartet gedämpfte Erholung in Eurozone

Die OECD hat ihre Wachstumsprognose für die Euro-Zone im kommenden Jahr auf 2,0 von zuvor 2,4 % gesenkt. Weitere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) vor Mitte 2004 seien nur bei einer anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche zu erwarten.

Reuters LONDON. „Die Aktivität wird 2003 wahrscheinlich gedämpft bleiben, könnte sich aber 2004 bis zum Potenzialwachstum von rund zwei Prozent beschleunigen“, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag mit. Mögliche Risiken für die Erholung in der Euro-Zone seien aber ein schwächerer Aufschwung in den USA als bislang angenommen und eine schwache Binnennachfrage.

Es sei davon auszugehen, dass die EZB ihren historisch niedrigen Leitzins von derzeit 2,0 % nach den jüngsten Senkungen bis Mitte 2004 unverändert lässt. Sollte sich der Ausblick eintrüben, seien allerdings weitere Lockerungen der Geldpolitik geboten. Der EZB-Rat kam unterdessen in Frankfurt zu seiner letzten Zinssitzung vor der Sommerpause zusammen. Analysten erwarten jedoch keine Änderung des Schlüsselzinses.

Die OECD rechnet für das kommende Jahr mit einem Absinken der Inflation in der Euro-Zone auf eineinhalb Prozent. Im Juli stiegen die Verbraucherpreise nach vorläufigen Angaben des Europäischen Statistikamtes etwas schwächer als erwartet um 1,9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die EZB sieht bei einer Inflationsrate von knapp 2,0 % mittelfristig Preisstabilität gewährleistet.

In ihrer jüngsten Studie warnte die OECD ferner davor, dass sich der seit Jahren zunehmende Abstand zwischen den USA und der Euro-Zone weiter ausweiten könnte, sollten die europäischen Regierungen nicht ihre Reformbemühungen vorantreiben. „Das Herumwursteln mit Budgets und Zinsen ist quasi nichts im Vergleich zum potenziellen Nutzen, wenn man Strukturreformen richtig macht“, sagte OECD-Volkswirt Paul van den Noord.

Die EU-Kommission geht für dieses Jahr nur noch von einem Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone von 0,7 % aus und rechnet für 2004 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 2,3 %.

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