„In Deutschland geht es weiter bergauf“
2005 werden 1,7 Prozent Wachstum erwartet

Die Bundesregierung erwartet im kommenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent. Dies sagte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement am Montag in Berlin. Damit wurde die Prognose für 2005 allerdings etwas gesenkt. Dennoch wird von einer Fortsetzung der Wirtschaftserholung ausgegangen.

HB BERLIN. Die Regierung hatte bislang für 2005 mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent gerechnet. Im laufenden Jahr ist die Regierung mit erwarteten 1,8 % Zuwachs dagegen noch ein Stück optimistischer als im Frühjahr, als sie für die Haushaltsplanung von einem Plus von nur 1,5 % ausgegangen war. Die konjunkturelle Belebung werde sich im kommenden Jahr weiter fortsetzten, sagte Clement. „In Deutschland geht es weiter bergauf.“ Ein Risiko bleibe jedoch der hohe Ölpreis.

Die bislang schwache Binnennachfrage wird nach Ansicht der Bundesregierung im kommenden Jahr von den Impulsen des Exports angeschoben. Die kräftigen außenwirtschaftlichen Impulse würden 2005 auf die Binnenkonjunktur ausstrahlen, sagte Clement (SPD) bei der Vorstellung der neuen Wachstumsprognose der Regierung. Für 2005 rechnet sie mit einem Anstieg des privaten Konsums von 0,8 % nach einer Stagnation in diesem Jahr. Bei den Exporten rechnet Clement mit einem Plus von rund acht Prozent nach gut elf Prozent in diesem Jahr. Bei den Ausrüstungsinvestitionen sei im nächsten Jahr ein Plus von rund 4,5 % zu erwarten.

Als Risiko für die Regierungsprognose bezeichnete Clement die Entwicklung des Ölpreises. Die hohe Ölpreis könne die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr stärker belasten als 2004. Im nächsten Jahr könnten die Energiepreise stärker zum Tragen kommen, sagte Clement. Im laufenden Jahr habe der hohe Ölpreis das reale Wachstum um ein Viertel Prozentpunkt gedämpft. Der negative Effekt sei aber weitgehend von der starken Weltwirtschaft kompensiert worden.

Nachdem der von Rekord zu Rekord eilende Ölpreis zuletzt die Sorge vor einem raschen Konjunkturabschwung genährt hatte, dämpfte das im Oktober völlig überraschend verbesserte Geschäftsklima die Befürchtungen etwas. Der Ifo-Index stieg auf 95,3 von 95,2 Punkte. Ifo-Chef Hans-Werner Sinn betonte aber, dass der Konjunkturerholung weiter an Schwung fehle. Auch die Bundesbank geht wie die meisten Bankenanalysten und die führenden Wirtschaftsforscher von einem Wirtschaftswachstum von 1,5 % im kommenden Jahr aus.

Die Prognose insbesondere für das nächste Jahr war innerhalb der Regierung bis zuletzt strittig. Regierungskreisen zufolge plädierte Finanzminister Hans Eichel (SPD) für eine vorsichtigere Schätzung, während Wirtschaftsministerium und Kanzleramt deutlich machen wollten, dass die Regierung nicht von einer spürbaren Verlangsamung der Wachstumsdynamik ausgeht. Die Revision der Prognose bedeutet auch, dass Eichel für den Haushalt 2005 mit ungünstigeren Bedingungen rechnen muss.

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