In Deutschland weniger Wachstum
US-Dienstleistungssektor wächst unerwartet stark

Das Wachstum des US-Dienstleistungssektors hat sich im November unerwartet deutlich beschleunigt.

HB NEW YORK. Das Wachstum des US-Dienstleistungssektors hat sich im November unerwartet deutlich beschleunigt. Dagegen ließ in Deutschland und in der Euro-Zone die Wachstumsdynamik in diesem wichtigen Wirtschaftszweig nach. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) stieg auf 61,3 von 59,8 Punkten im Oktober, wie das Institut am Freitag mitteilte. Analysten bewerteten die Daten positiv. „Insgesamt sind das solide Zahlen. Die meisten Komponenten des Index haben sich im Oktober verbessert“, sagte Richard Dekaser, Chefvolkswirt der National City Corp. Die US-Aktienmärkte und der Dollar erholten sich nach den Zahlen nur vorübergehend etwas.

Für den US-Service-Index hatten von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten im Schnitt einen Rückgang auf 58,7 Punkte erwartet. Mit einem Stand von über 50 Zählern signalisiert der Index eine expandierende Geschäftstätigkeit in dem Sektor, der 80 Prozent der US-Wirtschaft ausmacht. Auch in der US-Industrie hatte die Konjunkturerholung im November überraschend an Fahrt gewonnen. Der Einkaufsmanagerindex des ISM zog auf 57,8 Punkte von 56,8 Punkten an.

Teilkomponenten für Neuaufträge und Beschäftigung fielen

Beim Neugeschäft der US-Dienstleister ergab sich nach der Umfrage des ISM im November jedoch ein Rückgang. Dies könnte ein Signal für ein zukünftig nachlassendes Wachstum der Branche sein. Der Index für die Neuaufträge fiel auf 59,9 von 60,5 Zählern im Oktober. Schwächer fiel auch der Teilindex der Beschäftigung mit 55,0 nach 55,8 Zählern aus, was darauf hinweist, dass die Unternehmen weniger Neueinstellungen vornahmen als im Oktober. Auch insgesamt wurden in den USA im November mit 112.000 weniger neue Stellen geschaffen als von Analysten mit rund 180.000 vorausgesagt. „Die (ISM-)Zahlen belegen, dass im Dienstleistungssektor, besonders bei der Beschäftigung, eine etwas vorsichtigere Haltung eingekehrt ist“ sagte Cary Leahey von der Deutsche Bank Securities in New York. Wegen erwarteter Zinserhöhungen und der hohen Energiekosten könne niemand sagen, was die Zukunft bringe.

Volkswirte rechnen mehrheitlich damit, dass die US-Notenbank (Fed) bei ihrer nächsten Sitzung am 14. Dezember ihren als Schlüsselzins geltenden Zielsatz für Tagesgeld ein fünftes Mal in diesem Jahr um 25 Basispunkte auf dann 2,25 Prozent anheben wird. Die Ölpreise sind jedoch angesichts wieder steigender US-Heizölvorräte während der vergangenen drei Tage um rund sieben Dollar gefallen.

Wachstum in Deutschland verlor an Schwung

Im deutschen Dienstleistungssektor hat das Wachstum im November wegen einer deutlich geringeren Zahl an Neuaufträgen an Schwung verloren. Wie in der übrigen Euro-Zone signalisierte der Reuters-Service-Index zwar insgesamt noch eine etwas bessere Geschäftslage als im Oktober, wie die Forschungsgesellschaft NTC am Freitag mitteilte, die den Index für Reuters ermittelt. Für die künftige Entwicklung zeigten sich die rund 500 von NTC befragten Service-Unternehmen jedoch weniger zuversichtlich. Der deutsche Reuters-Service-Index sank NTC zufolge auf 51,3 von 52,2 Punkten und damit auf den tiefsten Stand seit August 2003. In der Euro-Zone fiel der Index auf 52,6 von 53,5 Punkten im Oktober und war damit so niedrig wie seit 15 Monaten nicht mehr. Die schwache Nachfrage zwang deutsche Dienstleister nach eigener Aussage zu weiteren Entlassungen. In Frankreich, Spanien und Italien stellten die Dienstleister hingegen Personal ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%