In- und Auslandsnachfrage wächst zweistellig
Maschinenbau sieht dunkle Wolken am Horizont

Ein boomendes Auslandsgeschäft und steigende Nachfrage im Inland haben dem deutschen Maschinenbau im Juli erneut einen Wachstumsschub beschert. Dies wird aber zumindest im Auslandsgeschäft auf Dauer nicht so bleiben: Die Weltkonjunktur zeigt dem Branchenverband VDMA zufolge erste Abkühlungserscheinungen.

HB FRANKFURT/MAIN. Der deutsche Maschinenbau erzielt derzeit bei der Nachfrage aus dem In- und Ausland zweistellige Zuwachsraten. Der Auftragseingang legte im Juli real um 27 Prozent zu, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Bestellungen aus Deutschland um 23 Prozent und die aus anderen Ländern um 29 Prozent. Von Mai bis Juli registrierten die Unternehmen der deutschen Schlüsselbranche ein Plus von 19 Prozent. Hier überflügelten die Inlandsaufträge sogar die Bestellungen aus dem Ausland: Im Heimatmarkt verzeichneten die Maschinenbauer einen Zuwachs der Bestellungen um 26 Prozent, außerhalb der Bundesrepublik waren es 16 Prozent mehr.

Als besonders erfreulich gilt die Entwicklung in eigenen Land. „Das kräftige Wachstum der Inlandsorders bestätigt den Aufwärtstrend, der im November vergangenen Jahres eingesetzt hat“, sagte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des VDMA. Das kräftige Plus bei den Auslandsbestellungen sei im Juli hingegen durch Einzelaufträge über hohe Summen für Großanlagen „geschönt“. Klammere man diesen Sondereffekt aus, bestätigten die Zahlen, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft langsam abkühle, meinte Wiechers. Damit werde das hohe Wachstumstempo voraussichtlich nicht auf Dauer zu halten sein - die Zuwächse würden wohl aber auf „hohem Niveau“ bleiben, sagte Wiechers. Dennoch rechnet der VDMA nach früheren Angaben für 2007 mit neuen Rekorden bei Produktion und Umsatz.

Der Verband hatte im Mai seine Produktionsprognose für 2006 um drei Punkte auf ein Plus von fünf Prozent nach oben geschraubt. Damit würde der Gesamtumsatz der rund 6000 Unternehmen in Deutschland erstmals auf über 160 (Vorjahr: 151) Mrd. Euro klettern. Dies könnte sich auch positiv auf die Beschäftigung auswirken: Innerhalb eines Jahres sei die Zahl der Beschäftigten um 8000 auf 866 000 gestiegen, hatte Wiechers bereits erklärt. Er sei optimistisch, dass sich die Zahl auch im gesamten Jahresdurchschnitt erhöhe.

Der Maschinenbau gilt als eine der Paradedisziplinen der deutschen Wirtschaft und trägt maßgeblich zum Status von Deutschland als „Exportweltmeister“ bei. Zahlreiche der meist mittelständischen Hersteller sind Weltmarktführer in ihrem Segment. Die Qualität der Maschinen und Anlagen „made in Germany“ gilt als so hochwertig, dass dafür oft mehr bezahlt wird als bei der ausländischen Konkurrenz. Der hohe Auftragseingang aus dem Inland belegt nach Einschätzung von Branchenexperten auch, dass einheimische Unternehmen wieder größere Investitionen tätigen. Dieser Investitionsboom war im zweiten Quartal Hauptgrund für das höchste Wirtschaftswachstum seit Anfang 2001.

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