Index der Universität Michigan
US-Verbrauchervertrauen höher als erwartet

Der Konjunkturoptimismus der US-Verbraucher hat sich angesichts der weiterhin angespannten Lage am Arbeitsmarkt im laufenden Monat eingetrübt, allerdings nicht so stark wie zunächst gedacht.

Reuters NEW YORK. Die Universität Michigan revidierte ihren Verbrauchervertrauens-Index für Juni überraschend deutlich nach oben. Damit fiel der Rückgang des Konjunkturbarometers weniger deutlich aus als bislang geschätzt. Analysten sagten am Freitag, die Zuversicht der Konsumenten könnte bald wieder steigen, wenn die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) zu verstärkten Investitionen und Neueinstellungen der Unternehmen führen sollte. Die Finanzmärkte zeigten sich von den Michigan-Zahlen wenig beeindruckt. Unterdessen hellt sich in Deutschland die Stimmung der Konsumenten auf, wie neue Daten aus der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone zeigen.

Der Index der Universität Michigan fiel nach endgültigen Berechnungen auf 89,7 Punkte von 92,1 Punkten im Mai, wie aus New Yorker Finanzkreisen verlautete. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt einen stärkeren Rückgang auf 87,3 Zähler vorausgesagt. In einer ersten Schätzung hatte die Universität den Index mit 87,2 Punkten ermittelt. Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Indikator gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

„Das zweite Quartal sieht besser aus“, sagte Peter Kretzmer, Volkswirt bei Bank of America. Im März hatte der Index tiefer bei 77,6 Punkten gelegen. Die Stimmung der Verbraucher ändere sich sehr langsam. „Sie spiegelt jetzt wider, dass wir drei Jahre lang ein schwaches Wirtschaftswachstum haben, aber sie hat sich stark verbessert seit dem Ende des Irak-Kriegs. Das ist das Wichtige“, sagte Kretzmer. Im Mai war der Michigan-Index nach dem raschen Kriegsende noch kräftig gestiegen und hatte Hoffnungen auf eine rasche Belebung der weltgrößten Volkswirtschaft genährt. Der vom privaten Forschungsinstitut Conference Board ermittelte und bereits am Dienstag veröffentlichte Index des Verbrauchervertrauens blieb im Juni praktisch unverändert.

Nach Einschätzung von Analysten konzentrieren sich die Verbraucher nun wieder mehr auf ihre persönlichen Sorgen, wie die Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes oder vor Gehaltseinbußen. Die US-Arbeitslosenquote war im Mai auf 6,1 % und damit den höchsten Stand seit knapp neun Jahren geklettert. Angesichts der nur langsamen Konjunkturerholung hatte die Fed am Mittwoch den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,00 % gesenkt.

Den Angaben aus Finanzkreisen zufolge stieg der ebenfalls von der Universität Michigan berechnete Index der gegenwärtigen Bedingungen, der die Einschätzung der aktuellen finanziellen Situation der Verbraucher wiedergibt, im Juni auf 94,7 (Vormonat 93,2) Punkte. Der Index der Erwartungen für die nächsten zwölf Monate fiel dagegen auf 86,4 (91,4) Zähler. Die endgültigen Indizes beruhen auf der telefonischen Befragung von rund 500 Haushalten.

Derweil sorgt bei den deutschen Verbrauchern die Hoffnung auf niedrigere Steuern und wirksame Reformen für bessere Stimmung. Dies zeigt der Konsumklima-Indikator der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für Juli, der auf 4,0 (Juni 3,8) Punkte stieg. Analysten zufolge passt diese Entwicklung zum jüngsten Ifo-Geschäftsklima-Index, der auf eine verbesserte Stimmung vor allem im Einzelhandel hindeutet.

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