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Deutsche Einkaufsmanger weniger optimistisch

Während sich in der Eurozone die Stimmung der Einkaufsmanager im Juni den vierten Monat in Folge aufgehellt hat, sieht die Situation in Deutschland etwas düsterer aus. Hier verbesserte sich zwar die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe, in einem anderen Sektor trübte sie sich allerdings ein.

HB BERLIN. Die Geschäfte der Dienstleister gingen in Deutschland stärker zurück als im Mai, wie eine Umfrage der Marktforscher von Markit unter mehreren hundert Unternehmen ergab. In der Industrie verlor der Abschwung zwar etwas an Schärfe, aber nicht so stark wie von Experten erwartet. Erstmals seit vier Monaten sank das Barometer, das die Entwicklung in beiden Sektoren zusammenfasst. Dennoch zeigten die Daten für Juni die deutsche Wirtschaft in einer stabileren Verfassung als zu Jahresbeginn, sagte Markit-Volkswirt Tim Moore. Die Wirtschaftsleistung im zweiten Vierteljahr dürfte weniger stark schrumpfen als noch im Winterquartal.

Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie stieg einer ersten Schätzung zufolge auf 40,5 Punkte nach 39,6 Zählern im Mai und erreichte damit den höchsten Wert seit Oktober 2008. Experten hatten jedoch mit einem stärkeren Anstieg auf 41 Punkte gerechnet. Bei den Dienstleistern ging das Barometer auf 44,3 von 45,2 Punkten zurück, während Analysten mit 46 Punkten gerechnet hatten. Der Composite-Index, der Dienstleister und Industrie zusammenfasst, sank auf 43,4 Punkte von 44,0 Zählern im Mai. Damit blieb der Einkaufsmanagerindex deutlich unter der Marke von 50 Zählern, ab der er Wachstum signalisiert.

Zugute kam der Industrie vor allem eine etwas bessere Nachfrage: Der Auftragseingang sank erneut weniger stark als im Vormonat, der Teilindex für die Auslandsbestellungen stieg auf 42,3 Zähler und erreichte damit den höchsten Stand seit September 2008. Der Einbruch des Welthandels nach der Verschärfung der Finanzkrise im Herbst 2008 hat die deutsche Industrie mit in die Rezession gerissen.

Bei den Dienstleistern leerten sich dagegen die Auftragsbücher so stark wie seit Oktober 2001 nicht mehr, das entsprechende Barometer sank auf 39,3 Punkte. Allerdings erwarten die Firmen eine Belebung der Geschäfte für die kommenden Monate, wenngleich der Optimismus weniger groß ist als im Vormonat. In Frankreich war das Bild entsprechend. Auch hier stieg der Indikator für das Verarbeitende Gewerbe, während der Dienste-Indikator sank.

Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 3,8 Prozent eingebrochen. Auch für das Frühjahr erwarten die meisten Fachleute ein Minus. Allerdings hat die Talfahrt nach Einschätzung der Bundesbank deutlich an Tempo verloren.

In der Eurozone schwächte sich die tiefe Rezession in der Industrie deutlich ab, wie aus einer Markit-Umfrage unter mehreren tausend Unternehmen hervorgeht, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Die Dienstleister rutschten zwar etwas weiter in die Krise ab. Ihre Geschäftsaussichten beurteilten sie aber so optimistisch wie zuletzt im Juli 2007.

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