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GfK-Konsumklima hellt sich leicht auf

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft hat sich laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die Konsumlaune der Deutschen erneut etwas aufgehellt. GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst hält jedoch möglichst frühzeitige Steuersenkungen für den richtigen Weg, um die Konjunktur und auch den privaten Konsum weiter zu stabilisieren.

HB BERLIN. Trotz Rezession prognostizierten die GfK-Marktforscher für Dezember den zweiten Anstieg ihres Konsumbarometers in Folge. Als wichtigste Kaufkraftstütze erwiesen sich sinkende Kraftstoff- und Energiepreise. Der GfK-Konsumklimaindex stieg von 1,9 auf 2,2 Punkte.

„Es nützt nichts, Steuerentlastungen erst für 2010 anzukündigen“, sagte GfK-Chef Wübbenhorst in Nürnberg. „Es gibt keinen Grund, damit zu warten. Wenn man Steuersenkungen ins Auge fasst, dann sollte man sie jetzt vorziehen. Das kann den Konsum antreiben.“ Wenn den Verbrauchern mehr Geld zur Verfügung stünde, würden sie auch wieder mehr ausgeben. „Die Finanzkrise ist zwar inzwischen in der Realwirtschaft angekommen, schlägt sich insgesamt aber nicht auf die Konsumlaune der Verbraucher nieder“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Das könne sich aber schnell ändern, sollte die Zahl der Arbeitlosen wieder spürbar steigen.

Ein leichtes Plus beim privaten Konsum und steigende Konsumausgaben des Staates haben Deutschland allerdings im dritten Quartal vor einem noch tieferen Absturz in die Rezession bewahrt. Im Sommer schrumpfte die Wirtschaftsleistung zum zweiten Mal in Folge: Von Juli bis Ende September ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte und damit seine ersten Zahlen von Mitte November bestätigte. Im zweiten Quartal hatte es ein Minus von 0,4 Prozent gegeben. Ökonomen sprechen bei zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mit negativen Wachstumsraten gemeinhin von einer Rezession.

Die 2000 von der GfK befragten Deutschen rechnen angesichts der sinkenden Inflation mit einer höheren Kaufkraft. Grund dafür sind vor allem stark sinkende Preise für Benzin und Diesel. Ein Liter kostet derzeit deutlich weniger als 1,20 Euro. Im Sommer mussten zeitweise mehr als 1,50 Euro hingeblättert werden. Auch Heizöl wurde deutlich billiger, der Gaspreis dürfte in den kommenden Monaten ebenfalls fallen. Gleichzeitig lasse der Tarifabschluss in der Metallindustrie auf reale Einkommenserhöhungen hoffen, sagte Bürkl. Die Branche hatte sich auf ein Lohnplus von 4,2 Prozent plus Einmalzahlungen geeinigt. Der Index für die Einkommenserwartung kletterte von minus 12,9 auf minus 6,9 Zähler.

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