Industrie-Entwicklung
Deutschland boomt, Frankreich taumelt

Die Industrie in Euroland hat im März weiter an Schwung verloren. Die deutsche Industrie allerdings lässt trotz Finanzmarktkrise und Eurostärke weiter die Muskeln spielen. Von einer deutschen „Erfolgsgeschichte“ ist gar die Rede.

HB BERLIN. Der NTC/BME-Einkaufsmanagerindex für Deutschland legte auf 55,1 Zähler von 54,3 Punkten zu, wie das Forschungsinstitut NTC zu seiner Umfrage unter rund 500 Unternehmen mitteilte. Damit zeigte das Barometer noch etwas mehr Dynamik an als in vorläufigen Berechnungen angenommen.

Zahlreiche Neuaufträge kurbelten das Produktionswachstum an. Die Orderbücher waren so gut gefüllt wie seit sieben Monaten nicht mehr, zudem schufen die Firmen wieder viele Arbeitsplätze. Dabei kam ihnen trotz der Konjunkturschwäche in den USA die starke Nachfrage aus dem Ausland zugute - insbesondere aus Russland und China.

„Deutschland ist derzeit wirklich eine echte Erfolgsgeschichte“, sagte NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson. Die Unternehmen stünden sowohl im In- als auch im Ausland im Wettbewerb gut da. In den kommenden Monaten dürfte sich allerdings die Nachfrage aus Spanien und Italien abschwächen.

Derzeit ist jedoch noch kein Ende des Booms abzusehen: Der Industrie-Sektor schuf so viele neue Arbeitsplätze wie noch nie seit Beginn der Umfrage im April 1996. Die gestiegenen Energie- und Metallpreise, insbesondere für Stahl, sorgten allerdings für den stärksten Preisauftrieb seit acht Monaten. Die Industrieunternehmen hoben ihre Verkaufspreise daher erneut kräftig an, jedoch etwas weniger stark als noch im Februar. Kapazitätsengpässe führten zudem dazu, dass sich die Lieferzeiten im März erneut verlängerten.

Für die gesamte Eurozone zeigt der RBS/NTC-Einkaufsmanager-Index (EMI) indes eine negative Entwicklung ab. Das Barometer fiel auf 52,0 von 52,3 Punkten. Damit bestätigten sich vorläufige Berechnungen. Das Barometer zeigte den niedrigsten Wert seit Oktober an. In den vier großen Ländern der Euro-Zone ging die Schere so weit auseinander wie seit mehr als sieben Jahren nicht. Wachstumslokomotive war Deutschland vor Frankreich, während die Industrie in Spanien und Italien deutlich an Fahrt verlor.

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