Industrie-Produktion
Fußball-WM sorgt für zusätzlichen Auftrieb

In Deutschland ist die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im Mai weiter deutlich gestiegen. Die deutsche Industrie hat damit das Bild einer sich im Jahresverlauf beschleunigenden Konjunktur bestätigt. Die Fußball-WM sorgte für zusätzlichen Auftrieb.

HB BERLIN. Das Produzierende Gewerbe insgesamt - Industrie, Bau und Energiewirtschaft - stellte 1,5 Prozent mehr her als im April, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Nach Einschätzung des Ministeriums dürfte sich der Aufwärtstrend in den kommenden Monaten fortsetzen. Mittlerweile kämen die Impulse nicht mehr nur aus dem Ausland, sondern fast ebenso stark aus dem Inland.

Die Industrie stellte 1,5 Prozent mehr her, der Bau sogar 3,2 Prozent mehr als im April. Nur die Energiewirtschaft fuhr ihren Ausstoß leicht um 0,2 Prozent zurück. Analysten hatten im Schnitt mit einem gesamten Produktionsanstieg um 0,6 Prozent gerechnet, nachdem sie im April um 1,2 Prozent gestiegen war. Im Zwei-Monats-Vergleich legte die Produktion um 1,4 Prozent zu.

Experten werteten die Daten als Bestätigung für die überwiegend positiven Erwartungen an den Finanzmärkten. Am Donnerstag hatten die Orderdaten für Mai ein Anziehen der Binnennachfrage signalisiert, während die zuletzt starke Auslandsnachfrage schwächer als im April ausgefallen war.

In den Industrie-Sparten schnitten vor allem die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen stark ab: Sie erhöhten den Ausstoß um 2,7 Prozent. Die Konsumgüterhersteller verbuchten ein minimales Minus von 0,1 Prozent, allerdings legten hier die Hersteller von dauerhaften Gebrauchsgütern erneut zu, und zwar um 2,7 (April 3,8) Prozent. Rosenstock sagte, die Zahlen widersprächen der Auffassung, in Deutschland ließen sich Konsumgüter nicht wettbewerbsfähig herstellen.

Erfreulich nannten die Analysten auch das erneut gute Abschneiden der Bauwirtschaft. Diese hatte bereits im April mit einem Plus von fast 18 Prozent die wegen des langen Winters verschobene Produktion teilweise nachgeholt. Matthias Huth von der Landesbank Baden-Württemberg sagte, der Bau sei lange das Sorgenkind der deutschen Wirtschaft gewesen: „Nun scheint er sich tatsächlich freizuschwimmen.“ Die Branchenverbände halten in diesem Jahr mittlerweile ein leichte Umsatzplus für möglich.

Insgesamt stünden die Konjunkturampeln derzeit auf Grün, zeigten sich die Experten überzeugt. „Zumindest in diesem Jahr kann sich Deutschland aus der Klammer der Stagnation befreien“, sagte Huth. Dirk Schumacher von Goldman Sachs sagte, das Inland ziehe an, ob das Ausland schwächer werde, könne kann man noch nicht sagen. Darüber sollten am Montag die Außenhandelsdaten für Mai weiteren Aufschluss geben. Rosenstock sagte, die WM habe zu dem robusten Bild beigetragen, insgesamt sollte man sie aber nicht überbewerten: „Sie war vielleicht das Sahnehäubchen.“

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