Industrieaufträge: US-Rezession verschärft sich

Industrieaufträge
US-Rezession verschärft sich

Die Rezession in den USA verschärft sich zusehends. Die Auftragslage der US-Industrie verschlechterte sich im November erneut deutlich. Und eine weitere Schwächephase dürfte nach Einschätzungen von Analysten „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ folgen.

HB WASHINGTON. Die Auftragseingänge in der Industrie gingen im Vergleich zum Vormonat um 4,6 und damit fast doppelt so stark wie erwartet zurück. Wie das US-Handelsministerium am Dienstag weiter mitteilte, hatten die Firmen bereits im Oktober ein Auftragsminus von 6,0 Prozent zu verkraften.

Die Industrieaufträge sind nunmehr erstmals seit Beginn entsprechender Statistiken Anfang der 90er Jahre vier Monate in Folge rückläufig. Ohne den Transportsektor gingen die Industrieaufträge um 4,2 Prozent zurück. Die Rüstung ausgeklammert, sank der Auftragseingang sogar um 4,7 Prozent. „Die Daten untermauern abermals den derzeit sehr schlechten Zustand der US-Industrie“, sagte Analystin Fabienne Riefer von der Postbank.

Die US-Dienstleister konnten ihre Talfahrt im Dezember allerdings überraschend etwas abbremsen. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) stieg auf 40,6 Punkte von 37,3 Zählern im November. Das ist der erste Anstieg seit August. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt dagegen mit einem weiteren Rückgang auf 37,0 Punkte gerechnet. Mit einem Stand von unter 50 Zählern signalisiert der Index aber nach wie vor eine schrumpfende Geschäftstätigkeit des Sektors, der 80 Prozent der US-Wirtschaft ausmacht.

Analyst Rob Carnell von ING Financial Markets warnt allerdings davor, die auch vom Weihnachtsgeschäft beeinflussten Daten allzu positiv zu werten: „Eine weitere Schwächephase dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit folgen.“

Auch die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe sank im November stärker als erwartet. Der entsprechende Index PHSI sei von revidiert 85,7 Punkten im Vormonat auf 82,3 Punkte zurückgegangen, teilte die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem moderaterem Rückgang um 1,0 Punkte gerechnet. Der Vormonatswert war ursprünglich mit 88,9 Zählern angegeben worden.

Die sogenannten „schwebenden Hausverkäufe“ gelten als ein wichtiger Frühindikator für den US-Immobilienmarkt, da sie auf die künftigen Hausverkäufe schließen lassen. Die Hausverkäufe bilden wiederum recht gut die Nachfragesituation auf dem Immobilienmarkt ab.

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