Industrieländer
IWF warnt vor Inflation

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor Inflationsrisiken in hoch entwickelten Industrieländern gewarnt.

HB WASHINGTON. „Angesichts des weiter zu erwartenden starken Wachstums besteht das Hauptrisiko darin, dass sich ein Anstieg der Importpreise in zunehmendem Inflationsdruck niederschlägt“, erklärte die Organisation in einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Kapitel ihres halbjährlichen Weltwirtschaftsausblicks. Dies gelte vor allem für Länder mit einer boomenden Wirtschaft. Der Währungsfonds erklärte zudem, der Ölpreis werde auf absehbare Zeit hoch bleiben. Den kompletten World Economic Outlook legt der IWF am Mittwoch vor.

In dem Bericht hieß es, in den vergangenen Jahren habe die Globalisierung unter anderem mittels sinkender Kosten für die Einfuhr von Waren dazu beigetragen, die Preise insgesamt im Zaum zu halten. So habe die Inflationsrate in den 80er Jahren in Industrieländern noch bei bis zu neun Prozent gelegen, während sie seit den 90er Jahren im Schnitt zwischen zwei und drei Prozent liege. Darauf könnten sich Zentralbanken aber nicht mehr verlassen, da wegen des starken globalen Wachstums dieser Globalisierungs-Effekt allmählich nachlasse, hieß es. Zudem seien die starken internationalen Handelsverflechtungen zumindest zum Teil eine Ursache für höhere Rohstoffpreise.

In jüngster Zeit haben sich viele Forscher mit der Frage beschäftigt, ob nationale Zentralbanken bereits bei einer sich abzeichnenden Überhitzung der nationalen Volkswirtschaft mit höheren Zinsen reagieren sollten. Einige argumentieren, dass in einer Welt mit globalisierten Arbeits- und Warenmärkten nationale Gegebenheiten nur noch eine untergeordnete Rolle für die Preisentwicklung und damit für die Zinspolitik spielten.

Der IWF machte den Verbrauchern zudem keine Hoffnungen, dass die Ölpreise wieder nachhaltig sinken. Da die Ölproduktion kaum noch gesteigert werden könne, würden Angebot und Nachfrage wohl weiter eng beieinander und die Ölpreise auf dem derzeitigen Stand blieben, hieß es. Die Terminmärkte würden kurzfristig auf einen leichten Preis-Anstieg und auf längere Sicht auf eine leichte Verbilligung hinweisen, aber alles in allem bleibe er in etwa auf dem derzeitigen Niveau, hieß es.

Der IWF wies darauf hin, dass der Ölpreis zwischen 2002 und 2005 um etwa 30 Dollar je Barrel gestiegen ist und sich damit annähernd verdoppelt hat. Das komme vor allem den Ölkonzernen zugute, während es im weltweiten Handel verstärkt Ungleichgewichte gebe. Dies gehe vor allem zu Lasten der Länder, die Öl einführen müssten.

Der Währungsfonds erwartet darüber hinaus, dass die großen Firmen in den wichtigsten Industrieländern künftig wieder mehr Geld für Investitionen ausgeben werden. Dies werde zu steigenden Langfrist-Zinsen führen, es sei denn, es gebe steigende Spar-Anstrengungen bei Privathaushalten oder der öffentlichen Hand.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%