Industrieproduktion geht zurück
Ministerium: Wirtschaft im Frühjahr „deutlich“ geschrumpft

Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung des Finanzministeriums im zweiten Quartal „deutlich“ geschrumpft. „Dies signalisiert vor allem die Industrieproduktion, die im Mai stark zurückging“, hieß es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht.

HB BERLIN. Das produzierende Gewerbe habe im Frühjahr wohl nicht mehr zum Wachstum beigetragen. Das Ministerium warnte zugleich vor übertriebenem Pessimismus. „Die Konjunkturdaten zeigen zwar eine Abschwächung, nicht aber einen Abbruch der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung an.“ Der Auftragsbestand in der Industrie liege noch immer über dem langjährigen Durchschnitt.

Im ersten Quartal hatte das Bruttoinlandsprodukt noch mit 1,5 Prozent so stark zugelegt wie seit knapp zwölf Jahren nicht mehr. Die Daten für das Frühjahr werden Mitte August vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.

In den kommenden Monaten erwartet das Finanzministerium auch ein langsameres Exportwachstum. Dafür spreche die schwächere Konjunktur bei wichtigen Handelspartnern wie den USA und dem Euro-Raum ebenso wie der starke Euro und die hohen Rohstoffpreise. Der Konsum werde wohl nicht die Rolle der Konjunkturlokomotive übernehmen. „Die Kaufkraft der Verbraucher wird durch den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln und Energieträgern weitgehend wieder aufgezehrt“, hieß es.

Aus dem Monatsbericht geht auch hervor, dass sich die Ausgaben des Bundes im ersten Halbjahr günstiger entwickelt haben als auf Ganzjahresbasis geplant. Sie nahmen von Januar bis Juni mit 139,6 Milliarden Euro nur um 3,7 Prozent zu, während für 2008 insgesamt ein Plus von 4,7 Prozent zugrunde gelegt wurde.

Allerdings stiegen auch die Einnahmen mit einem Prozentsatz von 5,4 weniger stark als für das Gesamtjahr mit einem Plus von sechs Prozent eingeplant. Das Wachstum der Steuereinnahmen allerdings überschritt mit 3,9 Prozent im Halbjahr den Gesamtjahres-Planwert von 3,4 Prozent.

Unter dem Strich blieb Mitte des Jahres eine Finanzlücke von 13,1 Milliarden Euro, eine Milliarde Euro mehr als für das Jahr 2008 insgesamt vorgesehen. Die für 2008 geplante Neuverschuldung von 11,9 Milliarden Euro dürfte gehalten werden, hieß es.

Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden – ohne reine Gemeindesteuern – nahmen im Juni, wie schon früher bekanntgeworden war, um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Für die ersten sechs Monate ergab sich eine Anstieg von 5,9 Prozent. Besonders stark erhöhten sich im Juni die Einnahmen aus der Lohnsteuer mit 7,4 Prozent. Die Einnahmen aus Steuern vom Umsatz, die als wichtiger Indikator für den privaten Konsum gelten, erhöhten sich gleichfalls mit 7,2 Prozent kräftig.

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