INE-Statistik
Portugal steckt in der Rezession fest

Die portugiesische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent geschrumpft. Für dieses Jahr wird sogar noch eine Beschleunigung der Talfahrt erwartet.
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LissabonDas angeschlagene Euro-Land Portugal steckt in der Rezession fest und erwartet für dieses Jahr noch eine Beschleunigung der Talfahrt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent geschrumpft, wie das Statistik-Institut INE am Dienstag mitteilte. Das Minus fiel damit allerdings etwas geringer aus als Regierung und Zentralbank erwartet hatten. Die Wirtschaftsleistung war 2010 trotz der Krise im Euro-Raum noch um 1,4 Prozent gewachsen. Die Notenbank erwartet für 2012 einen weiteren Rückgang der Wirtschaftsleistung um mehr als drei Prozent.

Die portugiesische Wirtschaft schrumpfte im vierten Quartal das fünfte Mal in Folge. Das BIP sank um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Im dritten Quartal war die Wirtschaft um 0,6 Prozent geschrumpft. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal um 2,7 Prozent. Im dritten Quartal war die Wirtschaft noch um 1,8 Prozent geschrumpft.

Die Rezession in Portugal ist laut Statistikbehörde Folge des rückläufigen Privatkonsums und der Kürzungen bei den Staatsausgaben. Hintergrund sind die von der Regierung getroffenen harten Sparmaßnahmen. Portugal hatte im April 2011 mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein 78 Milliarden Euro schweres Hilfspaket vereinbart. Als Gegenleistung verpflichtete sich das ärmste Land Westeuropas zur Senkung des Haushaltsdefizits von 9,8 (2010) auf 5,9 Prozent (2011) vom BIP.

In den vergangenen zehn Jahren ist die portugiesische Wirtschaft im Durchschnitt nur um 0,7 Prozent im Jahr gewachsen, weit weniger als in den meisten europäischen Volkswirtschaften.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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