Inflation als größte Gefahr
China will auf die Wachstumsbremse treten

Chinas Regierung hat eine straffe Geldpolitik zur Bekämpfung der Inflation angekündigt. Bei der Eröffnung des Nationalen Volkskongresses am Dienstag in Peking räumte Ministerpräsident Wen Jiabao ein, dass die anhaltende Inflation die größte wirtschaftliche Gefahr für die Volksrepublik sei.

PEKING. Chinas Regierung hat eine straffe Geldpolitik zur Bekämpfung der Inflation angekündigt. Bei der Eröffnung des Nationalen Volkskongresses gestern in Peking räumte Ministerpräsident Wen Jiabao ein, dass die anhaltende Inflation die größte wirtschaftliche Gefahr für die Volksrepublik sei. Der rasante Preisanstieg der vergangenen Monate sei darum auch das „größte Anliegen der Menschen“ im Reich der Mitte, sagte Wen.

Chinas Inflation lag im vergangenen Jahr – vor allem wegen hoher Lebensmittelpreise – bei 4,8 Prozent und damit deutlich über der von der kommunistischen Staatsführung angestrebten Höchstmarke von drei Prozent. Im Januar dieses Jahres haben die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr sogar um 7,1 Prozent angezogen, so stark wie seit Mitte der 90er-Jahre nicht mehr.

Die Gefahr sei nicht vorüber, sagte der Regierungschef gestern: „Zurzeit steigt der Druck der Inflation.“ Ziel seiner Regierung sei es, die Zuwachsrate auf dem Vorjahresniveau zu halten: „Es muss verhindert werden, dass eine Preiserhöhung nach der anderen folgt“, forderte Chinas Führer vor den 3 000 Delegierten in der Großen Halle des Volkes.

Für die Wirtschaft gab er erneut ein stark gebremstes Wachstumsziel von acht Prozent vor. Die gleiche Zielvorgabe war im vergangenen Jahr allerdings mit 11,4 Prozent deutlich überschritten worden. Seit 2002 ist Chinas Bruttoinlandsprodukt um 65,5 Prozent gestiegen, was einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 10,6 Prozent entspricht.

Für Stephen Green, Ökonom von Standard Chartered in Schanghai, sind die neuen Vorgaben in Sachen Wachstum und Inflation nicht zu schaffen: „Sie erscheinen gefährlich unerreichbar“, kommentierte Green gestern Wens Rede.

Analysten kritisieren auch, dass alle bisherigen Versuche der Führung in Peking, das Wachstum zu dämpfen, ohne Effekt geblieben sind. „Chinas Politiker sind gefangen zwischen dem Risiko der Überhitzung und einer sich abschwächenden Nachfrage“, sagt Sun Mingchun, Volkswirt von Lehman Brothers in Hongkong.

Seite 1:

China will auf die Wachstumsbremse treten

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%