Inflation
Deutsche Verbraucherpreise stabil wie lange nicht

Die deutschen Verbraucherpreise sind so stabil wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Die niedrige Inflationsrate ist maßgeblich auf die stark rückläufige Preisentwicklung bei Mineralölprodukten sowie bei einigen Nahrungsmitteln zurückzuführen.

HB BERLIN. Die jährliche Teuerungsrate fiel im März auf 0,5 von 1,0 Prozent im Februar, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist die geringste Geldentwertung seit Juli 1999. Verglichen mit dem Vormonat gaben die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent nach. Die Statistiker bestätigten damit ihre erste Schätzung von Ende März.

„Die niedrige Inflationsrate ist maßgeblich auf die stark rückläufige Preisentwicklung bei Mineralölprodukten sowie bei einigen Nahrungsmitteln zurückzuführen“, hieß es. Heizöl kostete 36,3 Prozent weniger als vor Jahresfrist, Benzin und Diesel 18 Prozent weniger. Ohne Mineralölprodukte hätte die Teuerungsrate 1,7 Prozent betragen. Auch Molkereiprodukte verbilligten sich spürbar. Quark war für 24,5 Prozent und süße Sahne für 22,7 Prozent günstiger zu haben.

Die von Reuters befragten 19 Experten von Instituten und Banken erwarten, dass die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten sinken und die Teuerungsrate im Jahresschnitt nur 0,4 Prozent betragen wird. Das stärkt die Kaufkraft und stabilisiert den privaten Konsum. Nach Einschätzung des Chefs der Wirtschaftsweisen Wolfgang Franz werden Verbraucher und Unternehmen durch die sinkenden Energiepreise in diesem Jahr um rund 30 Mrd. Euro entlastet.

2008 stiegen die Lebenshaltungskosten wegen stark steigender Öl- und Lebensmittelpreise noch kräftig. Im Juli 2008 erreichte die Teuerungsrate ein 15-Jahres-Hoch von 3,3 Prozent. Seither hat die Wirtschaftskrise die Ölnachfrage stark gedrückt, womit auch die Preise auf Talfahrt gingen.

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