Inflation
Deutschland erlebt stärksten Preisauftrieb seit 1994

2008 ist die Jahresteuerungsrate in Deutschland auf 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen und erreichte damit den höchsten Stand seit 14 Jahren. Dennoch zeichnete sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden in den vergangenen fünf Monaten eine leichte Entspannung ab.

HB BERLIN. So hat ein Preissturz bei Benzin, Diesel und Heizöl im Dezember für die geringste Teuerung seit mehr als zwei Jahren gesorgt. Die Verbraucherpreise stiegen nur noch um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Teuerungsrate sank damit den fünften Monat in Folge und liegt nun auf dem niedrigsten Niveau seit Oktober 2006. Im November waren es noch 1,4 Prozent. Dagegen zogen die Preise im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent an, weil Urlaubsreisen und Ferienwohnungen wegen der Weihnachtsferien wie üblich spürbar teurer wurden.

Trotz der jüngsten Entspannung mussten die Verbraucher in diesem Jahr die kräftigsten Preiserhöhungen für Waren und Dienstleistungen seit 1994 verkraften. Im Jahresschnitt verteuerten sie sich um 2,6 Prozent. Für 2009 rechnen Bundesbank und führende Institute aber nur noch mit einem Anstieg von etwa 0,8 Prozent. Das wäre der niedrigste Wert seit zehn Jahren. „Inflation ist jetzt kein Thema mehr“, sagte der Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Karl Brenke. Grund sei vor allem der Preisverfall bei Importgütern, allen voran Rohöl.

Rekordhohe Ölpreise hatten die Inflationsrate bis Juli auf das 15-Jahres-Hoch von 3,3 Prozent getrieben. Seither sind die Ölpreise wegen der weltweit sinkenden Nachfrage kräftig gefallen: Ein Fass kostet nur noch 40 Dollar und damit gut 100 Dollar weniger als beim Höchststand im Sommer. Dadurch gaben die Kraftstoffpreise spürbar nach. Benzin und Diesel kosteten im Dezember in Nordrhein-Westfalen 15,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Heizöl verbilligt sich sogar um 22,8 Prozent.

Die endgültigen Ergebnisse für Dezember veröffentlichen die Statistiker am 15. Januar.

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