Inflation
Erzeugerpreise sinken unerwartet stark

Es war nur ein kurzfristiger Anstieg im Vormonat: Im September sind die Erzeugerpreise in Deutschland wieder gesunken. Allein die Preise für Energie lagen um 16,4 Prozent unter dem Vorjahr.
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HB WIESBADEN. Im Vergleich zum August ging der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte um 0,5 Prozent zurück, bezogen auf den September des Vorjahres lag er um 7,6 Prozent niedriger, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Experten hatten ein Minus von 7,1 Prozent vorausgesagt. Im August waren die Preise um 6,9 Prozent gefallen, im Juli hatte es mit 7,8 Prozent den stärksten Rückgang seit Gründung der Bundesrepublik gegeben. Am stärksten wirkte sich weiterhin die Preisentwicklung bei der Energie aus, auf die mehr als zwei Drittel der Veränderungen im Vergleich zum September 2008 zurückgeht.

Die Erzeugerpreise geben einen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation. Die in einer frühen Phase des Wirtschaftsprozesses gemessenen Preisänderungen wirken sich später auch auf die Verbraucherpreise aus.

Die Preise für Energie lagen um 16,4 Prozent unter dem Vorjahr und 1,7 Prozent unter denen vom August 2009. Lässt man die Energiekosten unberücksichtigt, dann sanken die Erzeugerpreise im Jahresvergleich um 3,3 Prozent und blieben gegenüber August 2009 unverändert.

Dabei gingen die Preise der drei Hauptenergieträger Mineralölerzeugnisse, elektrischer Strom und Erdgas unterschiedlich stark zurück: So waren Mineralölerzeugnisse insgesamt um 20,6 Prozent billiger als im September 2008 und 2,0 Prozent günstiger als noch im August. Erdgas kostete 26,4 Prozent weniger als im September 2008 und 2,8 Prozent weniger als im August, für Industriekunden gingen die Preise um 19,2 beziehungsweise 0,2 Prozent und für Kraftwerke um 18,8 beziehungsweise 3,1 Prozent zurück.

Beim Strom sanken die Preise über alle Abnehmergruppen hinweg im Jahresvergleich um 11,5 Prozent und im Vergleich zum August um 1,4 Prozent. Für Weiterverteiler war Strom um 23,9 beziehungsweise 2,9 Prozent günstiger, für Sondervertragskunden um 10,0 beziehungsweise 1,1 Prozent.

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