Inflation im Monat Juli
Die Preise in Deutschland steigen weiter an

Die Inflation in Deutschland hat sich im Juli kaum abgeschwächt. Vor allem Reisen und Energie waren für die höheren Lebenshaltungskosten verantwortlich.

HB BERLIN. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Vergleich zum Juni um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag nach vorläufigen Berechnungen auf Basis von Daten aus sechs Bundesländern mitteilte. „Die relativ hohe Vormonatsrate ist in erster Linie auf die saisonbedingten Preissteigerungen bei Pauschalreisen und Ferienwohnungen zurückzuführen.“ Die Jahresteuerung sei leicht auf 1,9 von 2,0 Prozent im Juni gesunken.

„Aus den deutschen Verbraucherpreisen erwächst kein zusätzlicher Handlungsbedarf für die EZB“, sagte Stephan Rieke von der BHF-Bank. Denn die Europäische Zentralbank reagiere bereits auf die jüngsten Entwicklungen und habe schon eine Zinserhöhung signalisiert, fügte Rieke hinzu. Alexander Koch von der HVB betonte, die Nahost-Krise und der jüngste Ölpreisanstieg hätten ein Abflauen der Energiepreise verhindert. Analysten hatten bereits vor den ersten Länderdaten genau mit dieser Entwicklung der Verbraucherpreise gerechnet.

Mit dem Beginn der Sommerferien in vielen Bundesländern mussten die Menschen vor allem für Urlaub mehr Geld ausgeben. So verteuerten sich Pauschalreisen um rund 15 Prozent im Vergleich zum Juni. „Der Juli ist ein Monat, der stark von Saisoneinflüssen betroffen ist“, sagte Rieke. „Ferienwohnungen sind teurer, Entlastung gab es aber bei Bekleidung.“ Hier sanken die Preise in Bayern um mehr als ein Prozent zum Juni, in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen sogar um rund zwei Prozent.

Im Jahresvergleich blieb Energie aber der Kostentreiber. Für das Tanken mussten die Menschen etwa in Hessen und Nordrhein-Westfalen rund elf Prozent mehr ausgeben als im Juli 2005. Auch Heizöl war deutlich teurer als vor einem Jahr, in Hessen kostete es beispielsweise 16 Prozent mehr.

Nach den Daten aus Deutschland als größter Volkswirtschaft der Euro-Zone erwartet Bernd Weidensteiner von der DZ Bank nun für das gesamte Währungsgebiet eine Jahresteuerung von 2,5 Prozent. Die Inflation in der Euro-Zone werde auch in den kommenden Monaten deutlich über zwei Prozent bleiben.

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