Inflation in Deutschland Billiges Öl drückt die Preise

Um lediglich 0,6 Prozent sind die Preise in Deutschland im November gestiegen. Das ist so wenig wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Heizöl und Sprit wurden billiger, aber auch Lebensmittel halten die Preise stabil.
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Ölpreis in sechs Monaten 40 Prozent gefallen

Ölpreis in sechs Monaten 40 Prozent gefallen

BerlinBilligeres Tanken und Heizen hat die Inflationsrate in Deutschland im November auf den niedrigsten Stand seit annähernd fünf Jahren gedrückt. Die Verbraucherpreise stiegen im Schnitt nur noch um 0,6 Prozent zum Vorjahresmonat. „Eine niedrigere Teuerungsrate wurde zuletzt im Februar 2010 mit 0,5 Prozent ermittelt“, erklärte das Statistische Bundesamt am Donnerstag. In den vier Vormonaten lag sie noch bei jeweils 0,8 Prozent.

Weniger Geld ausgeben mussten die Verbraucher vor allem für Energie. Leichtes Heizöl verbilligte sich um 9,8 Prozent, Kraftstoffe wie Benzin um 4,5 Prozent. Grund dafür ist der Einbruch der Ölpreise: Sie sind seit dem Sommer um etwa 30 Prozent gefallen. Ursache ist die schwächere Weltwirtschaft, die die Nachfrage drückt. Gleichzeitig sind die USA durch das Fracking zu einer führenden Fördernation aufgestiegen, wodurch mehr Öl auf dem Markt ist.

Der Preisverfall beim Rohöl schlägt sich nicht Eins-zu-Eins in der Tankquittung nieder: Öl muss verarbeitet, transportiert und vor allem versteuert werden. Ein hoher Steueranteil, derzeit rund 80 Cent pro Liter Super-Kraftstoff, verhindert prinzipiell, dass der Preisverfall so beim Kunden ankommt, wie es fallende Ölpreise suggerieren.

Schon jetzt ist aber absehbar, dass die Kraftstoffpreise auch im Jahresdurchschnitt 2014 auf den niedrigsten Stand seit 2010 fallen werden. So kostete inklusive November ein Liter Super E10 in diesem Jahr 1,509 Euro und damit weniger als in den Jahren 2011 bis 2013. Für Diesel mussten die Autofahrer in den ersten elf Monaten 1,363 Euro je Liter bezahlen. Auch Diesel war zuletzt 2010 mit durchschnittlich 1,214 Euro billiger.

Gedämpft wurde die Inflation auch von den Nahrungsmittelpreisen. Sie blieben insgesamt stabil. Butter verbilligte sich dabei sogar um gut ein Fünftel, während Obst 1,6 Prozent weniger kosteten als im November 2013. Dagegen wurde für Gemüse 1,5 Prozent mehr verlangt, für Brot und Getreideerzeugnisse 1,3 Prozent mehr.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die Entwicklung der Preise in der Eurozone und auch in Deutschland mit Sorge. Sie strebt eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an.

Um einen für die Wirtschaft schädlichen Preisverfall zu verhindern, hat sie ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt. Außerdem pumpt sie Milliarden an billigem Geld in die Wirtschaft. EZB-Chef Mario Draghi erwägt zusätzliche Maßnahmen wie etwa den Ankauf von Staatsanleihen, um die Wirtschaft anzuschieben und die unerwünscht niedrige Inflation anzuheizen.

  • rtr
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7 Kommentare zu "Inflation in Deutschland: Billiges Öl drückt die Preise"

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  • Ich komme nochmal auf Alan den Grünspaningen zurück, dem Erfinder aller Blasen und Vernichter des amerikanischen Mittelstandes.

    Dieser Dilettant hat die QEs hoffähig gemacht und Billionen ungedeckter Dollars gedruckt und zusammen mit den korrupten US-Präsidenten alle Regularien der Finanzmärkte beseitigt, sodass die hochkriminellen Wallstreet-Finanzganoven die ganze Welt mit ihren schädlichen Subprime-Hypotheken und gefährlichen Zertifikaten überschwemmt habe, bei denen die dümmsten Banker der Welt, die deutschen Banker, bereitwillig zugegriffen haben und uns Steuerzahlern hundertfachen Milliardenschaden angerichtet haben.

    Dieser Kerl, heute hochdotierter Berater der Finanzindustrie, hat sein teuflisches Repertoire an seine Nachfolger vererbt und einen Pachulken, der diese ungeeigneten Finanzprodukte wieder zu neuem Glanz verhilft, den haben wir heute in der EZB.

    Wer das ist, wissen wir alle - was er noch anrichten wird, werden wir leidvoll durch unsere Enteignung erleben.

    Alan Grünspan jedoch, hat in einem lichten Moment, kürzlich anläßlich eines Wall Street Journal-Interviews zugegeben, dass alle seine dilettantischen Aktionen, Ankauf von Anleihen und sonstigen Wertpapieren der realen Wirtschaft keinerlei Nutzen gebracht haben und lediglich die Assetpreise in die Höhe getrieben hat. Er hat weiterhin zugegeben, dass durch seine Aktionen kein einziger neuer Arbeitsplatz geschaffen wurde, noch haben sie neues Wachstum erzeugt.

    Und halten Sie sich fest, dieser Mann empfiehlt jetzt plötzlich Gold (physisch), weil die Regierungen darauf keinen Zugriff haben.

  • Für etwas Fortgeschrittene:
    Wir haben eine ASSET-Inflation und eine GÜTERPREIS-Deflation.
    Die Vermögenspreise (Aktien, Immobilien usw.) explodieren, während die Güterpreise (teilweise sogar extrem wie beim Öl) sinken. Letztendlich ist es jedoch gleichgültig, wo die durch die Gelddruckorgien der Zentralbanken hervorgerufene Überschussliquidität (= die Geldmenge, die im Vergleich zum Wachstum der realen Produktion ZU STARK angestiegen ist), für Preissteigerungen sorgt: "Inflation ist immer und überall ein monetäres Phänomen!" (Milton Friedman).
    Die von den Zentralbanken beschleunigte UMVERTEILUNG führt jedoch dazu, dass sich ein immer größerer Teil der Überschussliquidität in den Händen des Banken- und Finanzsektors und ein immer kleiner werdender Teil in den Händen der normalen Bürger befindet, sodass eben fast ausschließlich die Vermögenspreise explodieren. Trotz der Geldschwemme wird es für die Zentralbanken also immer schwerer, eine allgemeine Inflation der Güterpreise zu generieren, und schlimmer noch: am ganz langen Ende verstärken sie sogar die Deflation.
    Wieso sollte man sich jedoch über fallende Preise NICHT freuen??
    Milton Friedman erklärt es Ihnen:
    "Die Ursache, weshalb wir Inflation haben, ist, weil die Öffentlichkeit in ihrer Gesamtheit Inflation haben möchte. Auch ihr Leute wollt Inflation haben, obwohl das niemand von Euch sagen würde. Aber ich frage euch: Wollt ihr, dass die Preise der Produkte, die ihr selbst verkauft, sinken? NEIN, eben nicht - nicht die Preise der Produkte, die ihr verkauft. Ihr wollt, dass die Preise der Produkte, die ihr kauft, sinken, aber die Preise der Produkte, die ihr verkauft, steigen."
    https://www.youtube.com/watch?v=YgxPyabmOrU
    Haben Sie es jetzt verstanden? ;-)

  • ... natürlich kann man jetzt sagen, dass im Mittel Immobilien nicht so stark gestiegen sind. Das liegt aber wieder daran, dass bei sinkender Bevölkerung kleine Dörfer am Aussterben sind und sie da ein Haus für quasi nichts bekommen. Nur, da kann man halt nicht arbeiten, also nützt einem das nichts. Aber das wird im Warenkorb halt nicht berücksichtigt.

  • Ich weiss nicht, ob es hier um Mitleid gehen soll/muss. Nur sind Beitragserhöhungen in der PKV schon ein Indikator für die allgemeinen Kosten im Gesundheitswesen. Im gesetzlichen Bereich werden Kosten schon mal um ein paar Legislaturperioden hin- und hergeschoben.

    Ich kann aber nicht erkennen, was an einer negativen Inflation bei Herrn Rensler schlecht sein soll, schlage vor er nimmt die Ersparnis, geht auf den Weihnachtsmarkt und macht ordentlich einen drauf! Dann haben wir alle was davon! :-)

    Unterm Strich möchte ich aber auch zustimmen, dass es ein Witz ist, dass wir bei der Inflation um einige Zehntel hin oder her streiten. Die Unterschiede durch den Warenkorb sind wesentlich größer. Und welcher Warenkorb da richtig ist, ist ja offen. Zum Beispiel sind die elektronischen Geräte da meines Erachtens vollkommen falsch einbezogen. Früher wurde technischer Fortschritt als Basis eines höheren Lebensstandard gesehen. Heute wird die Inflation klein gerechnet, weil ein PC, Handy das ich heute kaufe, vor ein paar Jahren unbezahlbar gewesen wäre. Unterm Strich kaufe ich aber immer nur ein Gerät auf dem aktuellen Stand.

    Es gibt auch Untersuchungen aus den USA, da hätte der Warenkorb der 70er eine Inflation von ca. 10 % angezeigt, der aktuelle keine. Daher finde ich es falsch, dass alle Luxusausgaben, die wir heute haben, in dem Korb enthalten sind, somit zeigt der Korb nämlich nie Inflation oder Deflation an. Die Leute können ja nur ungefähr konstante Ausgaben haben. Das heisst, wenn ein Lebensbereich z.B. teurer wird, bleibt kein Geld für andere Bereiche. Schon werden diese billiger und der Warenkorb gibt Entwarnung (in die andere Richtung funktioniert das auch).

    Es ist problematisch, wenn im Warenkob z.B. keine Immobilienpreise drin sind. Wenn man aber in der Umgebung von München eine Familie in der eigenen Immobilie unterbringen will, dann hat man massivste Inflation! ...

  • Bei der PKV fehlt mir das Mitleid. Meine Krankenversicherung senkt nächstes Jahr den Beitrag. Die Miete bleibt konstant wobei die Nebenkosten sogar leicht gesunken sind. Sehr wahrscheinlich habe ich sogar negative Inflation.

  • Es würde mich freuen, wenn auch mal Ausgabenposten wie private Krankenversicherungen, sämtliche Steuern und kommunale Abgaben sowie Wohnkosten in den Warenkorb Eingang finden würden. Dann sähe die Inflationsrate schon ganz anders aus. Nur zwei Beispiele: Alleine meine PKV erhöht mal wieder um 13% (durchschnittlich sind es 7% pro Jahr). Meine Miete hat sich um knapp 10% erhöht (hauptsächlich wegen kommunaler Abgaben). Die Miete meines Mieters (bin sowohl Mieter als auch Vermieter) erhöhte sich um ca. 6% (ausschließlich wegen kommunaler Abgaben). Da muss man schon verdammt viel Auto fahren, um das statistisch auszugleichen.

  • Und was ist an der gedämpften Inflation schlecht? Nichts!

    Die EZB strebt eine erhöhte Inflation an, um ihre größten Einflussnehmer, die ClubMed-Staaten und die Pleitebanken dieser Länder zu entlasten.

    Und die dazu eingesetzten Mittel widersprechen den internationalen Abkommen (Maastricht) zwischen den EUR-Teilnehmerstaaten
    sowie allgemein marktwirtschaftlichen Prinzipien.

    Im Bankenbereich der EUR-Zone herrscht mittlerweile Staatsdirigismus.

    Der EUR ist kein Friedensprojekt, sondern das größte Wohlstands-Vernichtungsprojekt nach dem 2ten Weltkrieg! das ist empirisch belegt!

    Nebenbei wird die EU vom größten und übelsten Bankenlobbyisten geführt.

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