Inflation
Lebenshaltungskosten steigen nur moderat

Die Verbraucherpreise in Deutschland legen weiter nur langsam zu. Im Oktober verteuerte sich die Lebenshaltung im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 bis 1,4 Prozent, wie die Statistischen Landesämter mitteilten. Stark gestiegene Import- und Erzeugerpreise könnten aber im kommenden Jahr die Teuerungsrate befeuern.
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HB BERLIN. Teurer wurden vor allem Heizöl, Benzin und Diesel sowie zahlreiche Nahrungsmittel. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht am Nachmittag eine erste Schätzung für das gesamte Bundesgebiet, wenn mit Bayern und Baden-Württemberg zwei weitere Länder ihre Daten vorgelegt haben. Analysten erwarten wie schon im September eine Teuerungsrate von 1,3 Prozent. Eine stärke Inflation gab es zuletzt im November 2008 mit 1,4 Prozent. Trotzdem herrschen damit nach Definition der Europäischen Zentralbank stabile Preise. Diese sieht sie bei Werten bis knapp unter zwei Prozent gewährleistet. "Der Preisdruck ist moderat.

Es gibt aktuell keine Inflationstendenzen", sagte Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel. "Was uns mehr sorgt, sind die enormen Preisanstiege auf der vorgelagerten Ebene." Die Importpreise waren zuletzt um 9,9 Prozent gestiegen, die Erzeugerpreise um 3,9 Prozent. "Das hat in der Vergangenheit immer einen deutlichen Anstieg der Inflationsrate nach sich gezogen", warnte Bargel. "Zusammen mit einem kräftigen Konsumwachstum kann das sehr schnell zu einer höheren Inflation führen." Die führenden Institute rechnen aber für 2011 nur mit einem moderaten Preisanstieg. Erwartet wird eine Teuerungsrate von 1,6 Prozent - nach 1,1 Prozent in diesem Jahr.

Mario Jung von der BHF-Bank spricht von einem sehr gemischtem Bild aus den Ländern. Es gebe saisonale Einflüsse, etwa bei Schuhen und Kleidung, die Preise für Pauschalreisen seien leicht zurückgegangen. Die Energiekosten seien gegenüber dem Vormonat annähernd neutral. Insgesamt bestätige sich das Bild einer moderaten Inflationsentwicklung. "Wir erwarten für 2010 eine Inflationsrate von 1,1 Prozent, nächstes Jahr dürfte sie mit 1,5 Prozent etwas höher liegen. Für Oktober rechnen wir mit einer Rate von 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat und plus 1,4 Prozent zum Vorjahr."

Auch Stefan Mütze von der Helaba erkennt momentan wenig Inflationsgefahr. Er erwartet ein Plus von 0,1 Prozent im Monatsvergleich und eine Jahresrate von 1,3 Prozent. Die Vorproduktpreise stiegen zwar stark an. Aber relativ festgeschriebene Löhne und weiterhin schwachen Konsums "gibt es für die Firmen wenig Spielraum, steigende Kosten auf die Kunden zu überwälzen." Für dieses Jahr rechne man mit einer mäßigen Inflation von 1,1 Prozent. Im nächsten Jahr dürfte sich der Preisanstieg bei den Vorprodukten auswirken, die Inflation dürfte dann auf 1,7 Prozent zulegen.

Kommentare zu " Inflation: Lebenshaltungskosten steigen nur moderat"

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  • ....und die SED gewinnt die demokratischen Wahlen mit 98,7 %. im Übrigen hat niemand die Absicht, eine Mauer zu bauen.
    Wann wird das Volk endlich wach!?! Die inflation spürt doch jeder jeden Tag - seit Einführung des Euro.

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