Inflation weiter hoch
Energie dominiert die Verbraucherpreise auch im Mai

Die teuren Energiekosten halten die Inflation in Deutschland auf hohem Niveau. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bildete sich die Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat im Mai nur leicht von zwei auf 1,9 Prozent zurück – trotz eines Sondereffekts durch Pfingsten.

ari DÜSSELDORF. Der Anstieg des für europäische Vergleichszwecke harmonisierten Verbraucherpreisindexes (HVPI) blieb auf Jahressicht mit 2,1 nach 2,3 Prozent sogar oberhalb der Grenze, die die Europäische Zentralbank mit knapp unter zwei Prozent für noch preisstabilitätskonform ansieht. Im Monatsvergleich halbierte sich der Preisanstieg auf 0,2 Prozent.

Die Bankvolkswirte der Commerzbank erklären den erwarteten leichten Rückgang der Inflationsrate mit einem Basiseffekt: Da vor einem Jahr die Mai-Preismessung zu Pfingsten stattfand, schlug die ferienübliche Verteuerung von Pauschalreisen damals stärker durch als jetzt. In diesem Jahr fällt Pfingsten auf Anfang Juni. Die Kosten für Pauschalreisen und Ferienwohnungen sind in diesem Mai im Monatsvergleich – nach den aus sechs Bundesländern vorliegenden Zahlen – zwar gestiegen, im Jahresvergleich aber gesunken.

Die Länder-Daten zur Energiepreisentwicklung zeigen hingegen ein uneinheitliches Bild. Im Monatsvergleich waren Heizöl und Benzin teilweise teurer als im April, teilweise aber auch etwas günstiger. Auf Jahressicht zogen die Preise für Kraftstoffe, Heizöl, Gas und Fernwärme dagegen unverändert mit zweistelligen Raten an. Im April war nach Angaben der Bundesstatistiker rein rechnerisch mehr als die Hälfte des gesamten Preisanstiegs von zwei Prozent dem Kostenfaktor Energie zuzuschreiben. Ohne ihn hätte die Inflationsrate nur bei 0,9 Prozent gelegen.

Ein ähnliches Bild dürfte sich für Mai ergeben, wenn das Statistische Bundesamt im Juni die endgültigen Zahlen mit den Details veröffentlichen wird. Die Grundtendenz beim Preisanstieg ohne Energie halten Ökonomen weiterhin für moderat – trotz anziehender Preise für saisonabhängige Nahrungsmittel wie Frischobst und -gemüse. Denn im Gegenzug purzeln die Preise an anderer Stelle. Nicht nur Bekleidung und Schuhe waren im Mai preiswerter als ein Jahr zuvor. Wer sich vor der Fußballweltmeisterschaft ein neues Fernsehgerät zulegte, musste dafür beispielsweise in Hessen 15 Prozent weniger zahlen als im Mai 2005.

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