Inflation zieht an
Fed senkt erneut Wachstumsprognose

Die US-Notenbank hat angesichts der anhaltenden Immobilien- und Kreditkrise ihre Wachstumsprognose für 2008 schon zum zweiten Mal binnen acht Monaten gesenkt. Nach derzeitigen Berechnungen werde die Volkswirtschaft der USA in diesem Jahr lediglich zwischen 1,3 und 2,0 Prozent wachsen.

HB WASHINGTON: Das teilte der Offenmarktausschuss der Federal Reserve am Mittwoch mit. Noch im Oktober waren die Währungshüter von einem Plus zwischen 1,8 und 2,5 Prozent ausgegangen, vier Monate davor sogar von einem Wachstum zwischen 2,5 und 2,75 Prozent.

Als Grund für die neuerliche Revision nach unten nannte die Notenbank die Verschärfung der Korrektur auf dem Immobilienmarkt, die geringere Verfügbarkeit von Krediten, die Turbulenzen auf den Finanzmärkten und höhere Ölpreise. Die Fed rechnet überdies damit, dass die Arbeitslosenquote 2008 zwischen 5,2 und 5,3 Prozent liege und damit höher als noch im Oktober angenommen. Auch erwartet die Notenbank eine höhere als zunächst prognostizierte Inflation.

Allerdings stehe auch zu hoffen, dass das unlängst verabschiedete Konjunkturpaket der US-Regierung in der zweiten Jahreshälfte die Wirtschaft ankurbele, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Ausschusssitzung von Ende Januar. Für das nächste und übernächste Jahr zeigten sich die Währungshüter optimistischer. Eine schrittweise Entspannung auf dem Häusermarkt, niedrigere Zinsen und geringere Belastung auf den Finanzmärkten könnten dann wieder Grundlage von einem stärkerem Wachstum werden. Die US-Notenbank rechnet für 2009 mit einem Plus zwischen 2,1 und 2,7 Prozent, im Jahr darauf dann mit einem Wachstum zwischen 2,5 und 3 Prozent.

Jüngste Daten deuteten zunächst aber auf eine Beschleunigung der Inflation hin: Im Januar 2008 stiegen die Verbraucherpreise verglichen zum Vormonat saisonbereinigt um 0,4 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte. Im Dezember war das Preisniveau noch um 0,3 Prozent gestiegen. Die jährliche Inflationsrate kletterte auf 4,3 (4,1) Prozent. Ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie legten die Verbraucherpreise im ersten Monat des Jahres um 0,3 (0,2) Prozent zu. Die Beschleunigung der Gesamtinflation ist laut Ministeriums vor allem auf höhere Preise für Lebensmittel und Energie zurückzuführen.

Bei steigender Inflation verringert sich der Spielraum der Notenbank für Zinssenkungen. Die Fed hatte allein im Januar ihren Leitzins um 1,25 Punkte auf 3 Prozent zurückgenommen. Es wird erwartet, dass die Währungshüter den Zins an oder noch vor ihrer nächsten regulären Sitzung am 18. März abermals absenken, dann möglicherweise um weitere 0,5 Punkte.

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