Inflationsangst
Vollgas-Wachstum alarmiert Chinas Notenbank

Chinas Wirtschaft wächst zu schnell. Das Land könnte daher in die Inflationsfalle rutschen. Die Notenbank schlägt nun Alarm und wird aller Wahrscheinlichkeit die geldpolitischen Zügel anziehen. Die Märkte reagierten prompt - mit kräftigen Abschlägen bei Bankaktien.
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HB PEKING. Im Kampf gegen steigende Verbraucher- und Immobilienpreise zieht die chinesische Notenbanken voraussichtlich die Zügel an. Mehrere Geschäftsbanken müssen ab 15. November ihre Mindesteinlagen bei der Zentralbank um 0,5 Prozentpunkte erhöhen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus unterschiedlichen Quellen erfuhr. Damit soll Geld aus dem Wirtschaftskreislauf gezogen werden. An der Börse fielen die Kurse von großen Geldhäusern wie der Bank of China daraufhin um mehr als drei Prozent.

„Die Wirtschaft wächst ein bisschen zu schnell, weshalb das Land vor steigende Inflationsrisiken steht“, sagte der Chefvolkswirt von Industrial Securities, Dong Xian. „Die Behörden werden deshalb die Geldpolitik dazu nutzen, die Inflationserwartungen spürbar zu drücken.“ Die Regierung befürchtet zudem, dass die lockere Geldpolitik der US-Notenbank neues Kapital nach China lockt, was die Vermögenspreise weiter nach oben treiben kann. Die Fed will die US-Wirtschaft ankurbeln, indem sie 600 Mrd. Dollar frisches Geld in den Kreislauf pumpt.

Die Teuerungsrate in der Volksrepublik war im September mit 3,6 Prozent auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren geklettert. Im Oktober dürfte sogar die Marke von vier Prozent übertroffen werden, erwarten die von Reuters befragten Analysten. 2010 werde die durchschnittliche Inflationsrate über drei Prozent und damit über der von der Regierung ausgegebenen Obergrenze liegen, berichteten die „Shanghai Securities News“ unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Nationalen Reform- und Entwicklungskommission.

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