Inflationsdruck sinkt
Erzeugerpreise fallen seit 2009 erstmals

Der niedrigere Ölpreis hat im August erstmals seit Ende 2009 für geringere Produzentenpreise gesorgt. Erzeuger von Energie, Lebensmitteln und anderen gewerblichen Produkten senkten ihre Preise im Schnitt um 0,3 Prozent.
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BerlinDer Inflationsdruck in Deutschland lässt nach: Billigeres Öl hat die Produzentenpreise im August zum ersten Mal seit mehr als anderthalb Jahren fallen lassen. Die Erzeuger von Energie, Lebensmitteln, Metallen und anderen gewerblichen Produkten senkten ihre Preise um durchschnittlich 0,3 Prozent. „Das war der erste Rückgang gegenüber dem Vormonat seit Dezember 2009“, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Leichtes Heizöl kostete 4,7 Prozent weniger, während sich Diesel um 14,3 und Benzin um 10,5 Prozent verbilligten. Vorausgegangen war ein Preisrutsch an den Rohstoffmärkten, den weltweite Rezessionsängsten ausgelöst hatten.

Verglichen mit August 2010 zogen die Preise um 5,5 Prozent an. Das ist die bislang niedrigste Teuerungsrate in diesem Jahr. Von Reuters befragte Analysten hatten erwartet, dass sie bei 5,8 Prozent verharrt. Energie kostete 10,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist, Nahrungsmittel 5,7 Prozent mehr.

Die Erzeugerpreise geben einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Lebenshaltungskosten, weil der Handel höhere Kosten teilweise an seine Kunden weitergibt. Die Inflationsrate hatte zuletzt bei 2,4 Prozent gelegen. Schneller waren die Preise zuletzt im Sommer 2008 gestiegen. Viele Experten rechnen in den kommenden Monaten auch wegen der schwächeren Konjunktur mit langsamer steigenden Preisen. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sagt für 2012 eine Inflationsrate von 1,8 Prozent voraus nach 2,3 Prozent für das zu Ende gehende Jahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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