Inflationsrate
Teuerung in Euro-Zone bleibt auf Rekordniveau

Die Lebenshaltungskosten in der Euro-Zone sind auch im Februar rasant gestiegen. Das dürfte der Europäischen Zentralbank (EZB) weitere Sorgen bereiten.

HB BRÜSSEL. Die Verbraucherpreise kletterten nach vorläufigen Daten um 3,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Europäische Statistikamt (Eurostat) mitteilte. Damit bleibt die Inflationsrate auf dem Rekordniveau, das sie im Januar erreicht hatte. Experten gehen davon aus, dass die EZB ihren geldpolitischen Kurs zunächst ohne Zinsschritte fortsetzen dürfte.

Details zur Preisentwicklung nennt Eurostat erst bei Vorlage der endgültigen Zahlen am 14. März. Analysten zufolge dürften erneut teure Energie und hohe Lebensmittelkosten für Preisdruck gesorgt haben. In Deutschland hatte sich die Lebenshaltung nach vorläufigen Daten im Februar um 2,8 Prozent verteuert, nach europaweiten Vergleichsdaten sogar um 2,9 Prozent.

Die EZB sieht nur bei einer Teuerung von knapp unter zwei Prozent mittelfristig Preisstabilität gewährleistet. Derzeit stecken die Notenbanker aber in dem Dilemma, dass sich bei anhaltendem Preisdruck die Wirtschaft zugleich abschwächt. Dies zeigte auch die vielbeachtete Umfrage unter rund 3000 Industriefirmen in der Euro-Zone: Der RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex sank im Februar um einen halben Punkt auf 52,3 Zähler. Wegen der Signale für die nachlassende Wirtschaftsdynamik erwarten Experten von Capital Economics, dass die EZB ihren harten Ton weiter lockern wird. „Die hohe Inflationsrate bedeutet wahrscheinlich, dass sie in den nächsten Monaten immer noch nicht bereit ist, die Zinsen zu senken.“

Steve Barrow von Bear Stearns hält aber bereits Lockerungen der Zinspolitik im April für möglich. Hinweise dafür könnte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach der Zinsentscheidung geben. Keiner der 72 von Reuters befragten Fachleute geht allerdings davon aus, dass der EZB-Rat den Leitzins von vier Prozent schon diesen Monat ändert. Allgemein erwartet wird, dass die EZB ihre Prognose der Inflation für 2008 erhöht, die Schätzung zum Wachstum hingegen senkt.

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