Inflationsrisiken im Blick
US-Zinsentscheid steht an

Die US-Notenbank (Fed) tritt am Dienstag zu zinspolitischen Beratungen zusammen. Die Inflationsrisiken dürften dabei den US-Zinsentscheid bestimmen. Das Ergebnis wird am Mittwoch veröffentlicht.

HB WASHINGTON. Die Federal Reserve (Fed) wird nach Ansicht der meisten Experten den Leitzins in dieser Woche unverändert lassen. Dabei wird an den Finanzmärkten damit gerechnet, dass sich die Notenbanker bei ihrer Sitzung am Dienstag und Mittwoch trotz der Krise am US-Hypothekenmarkt auf die Inflationsrisiken konzentrieren werden. Allerdings werden Analysten und Anleger mit Spannung auf die Wortwahl achten, mit der die Fed die Lage am Immobilienmarkt und die zweimaligen Kursrutsche an den Weltbörsen in den vergangenen Wochen bewertet. Der Schlüsselzins in der größten Volkswirtschaft der Welt dürfte nach Einschätzung der meisten Experten aber zumindest bis zum dritten Quartal bei 5,25 Prozent bleiben.

Jüngste Inflationsdaten und die robuste US-Konjunktur unterstützen diese Einschätzung. Laut den Zahlen des Arbeitsministeriums vom Freitag zogen die Verbraucherpreise im Februar im Vergleich zum Vormonat ohne die schwankungsanfälligen Kostenfür Lebensmittel und Energie um 0,2 Prozent an. Mit 2,7 Prozent im Jahresvergleich verblieben sie damit hartnäckig auf dem Niveau, das sie im Januar erreicht hatten. Einschließlich Lebensmitteln und Energie stiegen sie im Monatsvergleich unerwartet stark um 0,4 Prozent, und einige Analysten befürchten, dass sich Energie und Lebensmittel auch im Frühjahr verteuern könnten.

Insgesamt werde sich die Fed erneut vielmehr den Inflationssorgen widmen, als die Inflation als bekämpft anzusehen, erklärten die Volkswirte von Goldman Sachs. Und auch wenn die meisten Experten erwarten, dass die Fed sich mit den jüngsten Einbrüchen an den Aktienmärkten befassen wird, so rechnen sie doch nicht mit einem großen Wechsel in der Einschätzung der Notenbanker, dass die US-Wirtschaft moderat wachse. „Der Text der Erklärung sollte keine wesentlichen Änderungen enthalten“, sagte Analyst Rudy Narvas von 4CAST in New York. Auch mit einer eingehenderen Bewertung der Krise am US-Hypothekenmarkt rechnen die meisten Experten nicht vor Veröffentlichung des Fed-Sitzungsprotokolls Ende des Monats. Allerdings erhoffen sich die Analysten und Händler einen kurzen Blick auf die Einschätzung der Fed.

Die Krise auf dem US-Immobilienmarkt belastet die Finanzmärkte seit Wochen. Bei US-Immobilienkrediten an Schuldner mit geringer Bonität - das so genannte Subprime-Segment - sind die Ausfallraten in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, wofür unter anderem sinkende Hauspreise und steigende Zinsen gesorgt haben. Mindestens 20 Hypotheken-Anbieter wurden deshalb bereits zur Geschäftsaufgabe gezwungen. Inzwischen wächst die Sorge, dass sich die Krise auf andere Hypothekenbereiche ausweiten und die gesamte US-Konjunktur in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Der für die US-Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuss der Fed startet seine zweitägigen Beratungen am Dienstag und veröffentlicht seine Entscheidung am Mittwoch gegen 19.15 MEZ. Die Fed hatte bei ihrer letzten Zinsentscheidung im Januar erklärt, Zeitpunkt und Ausmaß einer weiteren Straffung der Geldpolitik hingen von der Inflations- und Wirtschaftsentwicklung ab. Damit gab sie erneut keinerlei Hinweis auf eine bevorstehende Zinssenkung.

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