Inkassounternehmen Immer mehr Deutschen droht Insolvenz

Etwa 2.000 private Haushalte in Deutschland könnten bis Ende 2012 zahlungsunfähig werden. Grund dafür ist, dass viele Verbraucher hoch verschuldet sind. Besonders junge Menschen sind betroffen.
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Immer mehr privaten Haushalten droht ein Insolvenzverfahren. Quelle: dpa

Immer mehr privaten Haushalten droht ein Insolvenzverfahren.

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BerlinDie Konjunkturflaute und die Verunsicherung wegen der Schuldenkrise führen zu einer sinkenden Zahlungsmoral in Deutschland. Gut ein Fünftel der Inkassounternehmen stellten fest, dass Rechnungen schlechter bezahlt werden als vor einem halben Jahr, wie der Branchenverband BDIU am Donnerstag mitteilte. Ein Drittel geht davon aus, dass es bis Ende 2013 immer mehr säumige Zahler geben werde. Wegen der hohen Überschuldung der privaten Konsumenten dürfte die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in diesem Jahr um rund 2000 auf 105.000 steigen. „Die Überschuldung der Verbraucher ist Gift für die ganze Wirtschaft“, sagte BDIU-Vizepräsidentin Marion Kremer. Besonders betroffen von einer schlechten Zahlungsmoral ihrer Kunden oder Vertragspartner seien Handwerker, Vermieter, Versandhändler und Energieversorger.

Unter Überschuldung litten auch viele Jugendliche. Junge Menschen bis 24 Jahre haben laut Verbandsumfrage ein schlechteres Zahlungsverhalten als ältere. „Gründe für die Verschuldung Jugendlicher erkennen die Inkassounternehmen in einem Elternhaus, das bereits einen schlechten Umgang mit Geld vorlebt, zu hohen Konsumausgaben, einer mangelnden Eigenverantwortung und zu wenig Kenntnissen über vertragliche Verpflichtungen.“

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen könnte nach Ansicht der Inkassofirmen um bis zu 20 Prozent steigen, sollte es - wie von der Bundesregierung geplant - zu einer schnelleren Restschuldbefreiung kommen. „Die Hemmschwelle, Schulden zu machen, würde dadurch sinken“, sagte BDIU-Präsident Wolfgang Spitz. „Bezahlen müssten das die Gläubiger, die ohnehin durch die ausbleibenden Zahlungen ihrer Kunden geschädigt sind.“

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11 Kommentare zu "Inkassounternehmen: Immer mehr Deutschen droht Insolvenz"

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  • Zwecks Insolvenz und richtiger Entschuldung einfach mal bei Herrn Lindner von der FDP in NRW nachfragen, wie man so was clever angeht!
    Die bei der FDP wissen, wie man sich auf Kosten der Allgemeinheit entschuldet. Danach reicht es beruflich sogar zum Generalsekretär und Landesvorsitzenden in NRW.

  • Was heißt "es droht die Insolvenz"? Was besseres kann den Schuldenkönigen doch gar nicht passieren! Sie brauchen nichts zurückzuzahlen und können die Beute sogar behalten. Bei den heutigen Pfändungsfreigrenzen kann doch jeder -zumindest im Osten- in eine Insolvenz gehen, ohne daß ihm ein Einschnitt im Lebensstandard droht.

    Die Botschaft lautet: konsumiere auf Teufel komm raus, notfalls rettet dich die Insolvenz. Daß eine Wirtschaft nur funktionieren kann, wenn sich Leistung und Gegenleistung die Waage halten, wird hier ausgeblendet.

  • Die Verkürzung von der seit Jahren erzählt wird gilt nur für einen Personenkreis der einen Großteil der Schulden innerhalb kurzer Zeit zurückzahlen kann. Also eigentlich gar nicht insolvent ist. Im Übrigen muss man zu den 6 Jahren derzeit auch noch die 0,5 bis 2 Jahre rechnen welche die aussergerichtliche Einigung im Vorfeld dauert und dazu noch 3 bis 4 Jahre bis überhaupt einmal ein Verfahren in Gang gesetzt wird. Betroffen sind neben dem Schuldner im Übrigen meist auch Familienangehörige

  • Deutschland muss mal sein Privatinsolvenzrecht an die neuen Gegebenheiten anpassen. Nirgends in Europa dauert die Entschuldung so lange wie hier. In GB und Frankreich ist man in 1 bis 2 Jahren damit durch und es bestehen keine Ansprüche mehr derGläubiger.

    die neuen Zeiten erfordern das nunmal, da die Gehälter vieler sinken, die Arbeitsverhältnisse sich verschlechtern, die Lebenshaltungskosten explodieren, neue Abgaben und Gebühren wie Maut kommen etc.

    die 15 Jahre Lohnzurückhaltung machen sich auch bemerkbar, wenn gleichzeitig Kosten steigen.

    meine Kostensteigerungen von Miete, Mobilität, Versicherungen etc. sind nicht durch meine Lohn"erhöhungen" kompensiert worden. Bei vielen gibt es Reallohnsenkungen von 30-40%.
    Natürlich macht sich sowas irgendwann mal bemerkbar.

    erst wird bei vielen der konsum zurückgefahren und dann läuft es über Dispo und Kredite. Meiner Einschätzung nach dürften ca. 40-50% der Menschen in DE ausschließlich über den Dispokredit leben. Hinzu kommen dann oft noch andere Kredite.

    DE wird es sowieso irgendwann wie den Griechen und Spaniern gehen - ist absehbar. Und mit der Exportwirtschaft haben die meisten Deutschen schlicht nichts zu tun.

  • Hier ist der wahre Grund für ansteigende Insolvenzverfahren:

    http://draketo.de/proj/schuldenuhr-vermoegensuhr/

  • Es wäre ein Einfaches das Problem zu lösen. Einfach Konsum auf Pump verbieten!
    Wer's sich nicht ansparen kann, kann sich's nicht kaufen!
    Aber unsere Wirtschaft ist auf diesen Konsum auf Pump angewiesen. Anders sind die Wachstumsraten nicht mehr möglich.
    Wie würde allein die Autoindustrie einbrechen, wenn man seinen Wagen nicht mehr finanzieren dürfte!

  • Kein Mitleid! Weder für die angeblichen Opfer der Massenverarmung, noch für die dabei geschädigten Gläubiger.

    Was man nicht hat sollte man nicht ausgeben, dann droht auch selten eine Insolvenz. Und wer meint seinen Umsatz mit dem Angebot von Konsumkrediten pushen zu müssen hat die Zahlungsausfälle mehr als verdient.

    Das Konsumieren auf Kredit ist ein Übel das letztlich sowohl Gläubiger als auch Schuldner auf dem Rücken der zahlenden Konsumenten austragen. Denn es glaube doch keiner, dass die Gläubiger die Zahlungsausfälle nicht in ihrer Preisfindung berücksichtigt haben. Nur wenns über das erwartete Maß hinausgeht wird rumkrakelt.

  • Hauptsache den dicken Max markieren, koste es, was es wolle. Und das auch gerne auf Pump. Aber die Alten sind ja nicht besser: der (Alp-)Traum vom Eigenheim, geleastes Auto der gehobenen Mittelklasse, die Bude voll Multimedia-Schnickschnack und das alles gepaart mit unerwarteter Krankheit oder Arbeitslosigkeit.

  • Viele wollen ALLES und JETZT haben. Denken nicht voraus und beherrschen nicht die Grundrechenarten. Mit solchen Menschen habe ich kein Mitleid!
    Wer denkt an die Gegenseite, die Kreditgeber? Die müssen die Gelder "abschreiben". Was, wenn nicht mehr genug Gewinn zum Abschreiben da ist? Dann kommt für die Unternehmen die Insolvenz und Firmen mit gesunden Geschäftsmodellen gehen vor die Hunde, weil einige Menschen über ihre Verhältnisse leben und sich in die Privatinsolvenz retten, gemäß dem Motto: "Nach mir die Sintflut". Bitte auch daran denken, daß nicht immer und nur die Großkonzerne Kredite geben! Großunternehmen machen Kreditprüfungen! Kreditausfälle treffen oft kleine Unternehmen wie Handwerker, Fachgeschäfte etc.

  • Konsum auf Pump, ist für Viele, der Anfang vom Ende=Privatinsolvenz.
    Derjenige, der sich den Preis eines Konsumartikels nicht ansparen kann, weil er zu wenig verdient, kann die anfallenden Raten, die bei einer Finanzierung fällig werden, auch nie zahlen.
    Finanzierung ist immer teurer als Barzahlung. Das haben die Meisten auch noch nicht begriffen und fallen auf die "Null Prozent Finanzierung" Verarsche rein!

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