Inland sorgt für Wachstumsschub
Deutsche Wirtschaft zeigt Stärke

Die deutsche Wirtschaft präsentiert sich derzeit in robuster Verfassung. Laut Statistischem Bundesamt kletterte vor allem dank einer erstarkten Inlandsnachfrage das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal um 0,9 % im Vorquartalsvergleich. Auch der aktuelle Ifo-Geschäftsklimaindex nährt die Hoffnung, dass die Wirtschaft in den kommenden Monaten weiter kräftig wachsen wird.

DÜSSELDORF. Vor allem die Investitionen trugen den Statistikern zufolge zur wirtschaftlichen Belebung bei. Die Investitionen in Bauten stiegen um 4,6 %, die Investitionen in Ausrüstungen um 2,5 %. Dagegen sanken sowohl die Konsumausgaben der privaten Haushalte um 0,4% als auch die des Staates um 0,2%.

Die Daten für den privaten Konsum könnten nach Ansicht des Amtes allerdings nach oben revidiert werden. Ausschlaggebend dafür ist die Entwicklung des Einzelhandels im Mai, die offenbar besser ausgefallen als zunächst für die BIP-Berechnung angenommen. Zudem gehen die privaten Konsumausgaben ausländischer Besucher während der Fußball-Weltmeisterschaft negativ in die Statistik ein.

Wie robust sich die deutsche Wirtschaft derzeit entwickelt, signalisiert auch der aktuelle Ifo-Geschäftsklimaindex. Das Barometer, das auf einer Umfrage unter rund 7000 Unternehmern beruht, sank zwar leicht auf 105,0 nach 105,6 Punkten im Juli. Das sei eine „Plateaubildung“ auf einem immer noch hohen Niveau, sagte Ifo-Volkswirt Gernot Nerb.

  Tabelle: Lange Zeitreihen für das Ifo-Geschäftsklima

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunktur-Erwartungen für Deutschland deutlich angehoben. Nach Informationen des Handelsblatts geht der Fonds nun davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2006 um "etwa zwei Prozent" wächst und 2007 um "fast eineinhalb Prozent" zulegen wird. In seiner Frühjahrs-Prognose hatte der IWF noch Wachstumsraten von lediglich 1,3 Prozent (2006) und 1,0 Prozent (2007) vorausgesagt. Bei der Neuverschuldung werde Deutschland bereits 2006 die Defizitgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes unterschreiten, heißt es weiter. Die Organisation wird Mitte September ihren "World Economic Outlook" offiziell vorlegen.

Der in der Vergangenheit sehr exportlastige Aufschwung in Deutschland habe vor allem durch eine Stärkung der Binnennachfrage "an Breite gewonnen", steht in dem Ausblick des IWF, der dem Handelsblatt in Auszügen vorliegt. Dabei schlage insbesondere das kräftige Plus bei den Investitionen zu Buche. Auch die Konjunktur in der Eurozone stehe unter Dampf. Als weltwirtschaftliche Risikofaktoren sieht der Fonds geopolitische Spannungen im Nahen Osten, einen Anstieg des Ölpreises sowie die Gefahr von Wechselkurs-Schwankungen und Zinserhöhungen. Der IWF kalkuliert in seiner Prognose mit einem auf das Jahr hochgerechneten Ölpreis von durchschnittlich fast 70 US-Dollar pro Barrel.

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