Inlandsnachfrage bleibt schwach
„Deutsche Konjunktur fängt an zu brummen“

Die deutsche Industrie hat im September überraschend viele Aufträge verbucht und dabei von einem guten Auslandsgeschäft profitiert.

HB BERLIN. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte, erhöhte sich die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen gegenüber dem Vormonat vorläufigen Angaben zufolge preis- und saisonbereinigt um 2,8 %. Analysten hatten mit einem Anstieg der Aufträge um 1,3 % gerechnet, wobei die Daten sogar die optimistischste Prognose übertrafen.

„Die deutsche Konjunktur fängt an zu brummen“, kommentierte Postbank-Volkswirt Brian Mandt. Nach dem Auftragseinbruch von 3,8 % im August verzeichneten die Firmen nun wieder überdurchschnittlich viele Großaufträge. So konnten die Hersteller von Investitionsgütern den Angaben zufolge einen besonders kräftigen Anstieg der Bestellungen verbuchen (plus 5,1 %). Die Aufträge aus dem Ausland legten um 5,2 % zu, die Nachfrage aus Deutschland stieg lediglich um 0,4 %. Bei den Investitionsgütern nahmen die Auslandsaufträge sogar um 9,0 % zu. „Es gibt zwar leichte Aufwärtstendenzen, aber bisher ist der Funke aus dem Ausland noch nicht entscheidend auf die Investitionstätigkeit im Inland übergesprungen“, sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonats-Vergleich (August und September gegenüber Juni und Juli) nahm das Ordervolumen in der Industrie wegen des kräftigen Rückgangs im August leicht ab (minus 0,4 %). Die Inlandsnachfrage verringerte sich dabei um 0,9 %, während die Auslandsnachfrage mit plus 0,1 % fast unverändert blieb.

Das entsprechende Vorjahresniveau überschritten die Bestellungen in der Industrie im August und September um 8,1 %. Volkswirte hatten hier mit einem Plus von 5,8 % gerechnet. Die Auslandsaufträge erhöhten sich im Jahresvergleich um elf Prozent und die Inlandsaufträge um 5,4 %. Mit der wieder deutlichen Belebung der Nachfrage nach Industriegütern im September sei die zwischenzeitliche Abschwächung im August nahezu wieder ausgeglichen worden, schrieb das Ministerium. Insgesamt befinde sich die Bestelltätigkeit auf hohem Niveau. Die maßgeblichen Nachfrageimpulse kämen nach wie vor aus dem Ausland.

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