Inlandsnachfrage bröckelt
Export macht Maschinenbauern Freude

Im Ausland sind Maschinen und Anlagen aus Deutschland ein Renner - nur das Inlandsgeschäft der Branche schwächelt. Insgesamt lag der Auftragseingang im Oktober dennoch deutlich über dem des entsprechenden Vorjahresmonats.

HB DÜSSELDORF. „Es ist für uns eine herbe Enttäuschung, dass wir im Inland auf Minuskurs gegangen sind“, sagte der Konjunkturexperte des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Olaf Wortmann, am Mittwoch. Die deutschen Hersteller profitieren vor allem vom florierenden Welthandel und der hohen Rohstoffnachfrage. Die Öl oder Erze fördernden Länder nutzten ihre steigenden Einnahmen für Investitionen in Produktionsanlagen, erläuterte Wortmann.

Im Oktober verzeichnete die hiesige Branche ein Orderplus von 18 Prozent, wie der Verband mitteilte. Dabei schnellten die Aufträge aus dem Ausland um 30 Prozent in die Höhe, während sie auf dem Heimatmarkt um drei Prozent zurückgingen.

Für den von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Drei-Monats-Zeitraum von August bis Oktober ergab sich ein Zuwachs von elf Prozent. Dabei stand einem Anstieg im Auslandsgeschäft von 18 Prozent ein Minus im Inland von einem Prozent gegenüber.

Es werde immer deutlicher, wie labil die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland sei, sagte Wortmann. Die Auftragsflaute im Inland sei auch auf die allgemeine Unsicherheit über die künftige politische Entwicklung zurückzuführen. Die neue Bundesregierung hatte ihren Koalitionsvertrag erst Mitte November vorgestellt. Wortmann hält ein Ende der Auftragsflaute hier zu Lande schon im November für möglich. Irgendwann müssten auch die heimischen Unternehmen neue Maschinen ordern, wenn sie ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht verlieren wollten.

Dank der Exporterfolge rechnet der VDMA für 2005 mit einem Produktionsrekord. Die Branche werde mit knapp 860 000 Beschäftigten ein Fertigungsvolumen von etwa 144 Mrd. Euro erzielen und damit einen Zuwachs von vier Prozent, hatte Verbandspräsident Dieter Brucklacher im Oktober angekündigt. Für 2006 rechnet der VDMA mit einem Produktionsplus von zwei Prozent.

Wachstum kommt Wortmann zufolge vor allem aus den Öl-Ländern der Opec und aus Russland. Hier legte der Auftragseingang in den ersten neun Monaten dieses Jahres um jeweils ein Fünftel zu. Um fast 50 Prozent zogen die Aufträge aus Indien an. Zudem hätten sich die Bestellungen aus China wieder erholt. Hier hatte die Regierung in der ersten Jahreshälfte durch Einschränkungen der Kreditvergabe das Wirtschaftswachstum zu bremsen versucht. Die Auftragskurve aus China hatte daraufhin eine Delle bekommen. Im dritten Quartal spürte der VDMA aber wieder eine anziehende Nachfrage.

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