Insgesamt hält der Aufschwung noch an
IfW: Weltwirtschaft geht die Puste aus

Nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hat der Aufschwung der Weltwirtschaft seinen Höhepunkt bereits überschritten.

HB BERLIN. Allerdings erwarten die Kieler Forscher für alle wichtigen Wirtschaftsräume nur ein langsameres Wachstum und keinen Rückfall in eine wirtschaftliche Schwächephase.

„Der Aufschwung der Weltkonjunktur scheint seinen Höhepunkt im Sommerhalbjahr 2004 überschritten zu haben“, erklärte das IfW in seinem am Donnerstag veröffentlichten Welt-Konjunkturbericht. Im kommenden Jahr werde sich das Wachstum der Weltwirschaft von 4,8 % in diesem Jahr auf 3,9 % abschwächen. „Darauf wirkt zum einen das Nachlassen wirtschaftspolitischer Impulse hin, zum anderen der kräftig gestiegene Ölpreis.“ Der Welthandel werde in diesem Jahr um zehn Prozent und im kommenden Jahr um 7,5 % zunehmen.

Unter den Industrieländern wird nach Ansicht des IfW die USA weiter überdurchschnittlich wachsen, das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im kommenden Jahr um 3,2 % zulegen nach 4,2 % 2004. „Insbesondere wird der private Konsum nur noch moderat ausgeweitet, weil sich bei steigenden Zinsen allmählich die Konsumentenkredite verteuern“, erklärten die IfW-Experten. „Hingegen dürften die Unternehmensinvestitionen zunächst weiter kräftig zunehmen.“ Der US-Schlüsselzins werde voraussichtlich bis Ende 2005 auf 2,75 % von derzeit 1,5 % steigen.

Auch die Wirtschaftserholung in der Euro-Zone wird dem IfW zufolge nicht an Fahrt gewinnen, die Wachstumsrate in diesem wie im kommenden Jahr 1,9 % betragen. „Im weiteren Verlauf dieses Jahres dürfte der hohe Ölpreis die konjunkturelle Dynamik dämpfen“, erklärten die Ökonomen. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde den Leitzins von derzeit zwei Prozent zur Jahreswende um 25 Basispunkte anheben. Eine weitere Zinserhöhung sei bis Ende 2005 nicht zu erwarten. Für Deutschland erwartet das Institut ein Wachstum von 1,9 % in diesem Jahr, dass sich 2005 auf 1,2 % abschwächen werde.

Auch für Japan und Großbritannien prognostiziert das IfW niedrigere Wachstumsraten 2005. Die japanische Wirtschaft werde nur noch um zwei Prozent nach 4,2 % im laufenden Jahr wachsen; das britische BIP dürfte nur noch um 2,8 % nach 3,6 % 2004 zulegen. „Auch außerhalb der Industrieländer verliert die wirtschaftliche Expansion an Fahrt“, schrieb das IfW. Vor allem in den Schwellenländern Asiens werde sich das Wachstum abschwächen. Zum einen bremse die nachlassende Nachfrage aus den Industrieländern, zum anderen wirke die chinesische Wirtschaftspolitik auf ein Ende des Booms in China hin.

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