Institute erhöhen Prognosen
Wirtschaft gewinnt an Fahrt

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat gestern seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 1,8 Prozent auf 2,1 Prozent angehoben. Damit haben nun insgesamt vier der sechs führenden Institute ihre Vorhersage in den Monaten Juni und Juli nach oben korrigiert.

pbs DÜSSELDORF. Lediglich zwei Institute hielten an ihren Zahlen fest. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erhöhte kürzlich seine Schätzung. Neben dem RWI hält auch das US-Forschungsinstitut Conference Board ein Wachstum von mehr als zwei Prozent für möglich. 2,2 Prozent seien in Deutschland erreichbar, sagten die amerikanischen Forscher.

Das RWI ist nun noch optimistischer als die Bundesregierung. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) rechnet mit 1,6 bis 1,8 Prozent Zuwachs. Grund für den Optimismus der Essener Forscher ist der Anstieg der Ausfuhren. „Der Export wirkt wie ein Konjunkturprogramm, für das wir nichts bezahlen müssen“, sagte Christoph Schmidt, Präsident des RWI, dem Handelsblatt. „Von einem Aufschwung aus eigener Kraft ist Deutschland aber noch immer weit entfernt. Wir hängen weiter am Tropf der Weltwirtschaft.“ Damit bleibe die Konjunktur anfällig für Störungen von außen. Deutschland sei verwundbarer als Länder wie die USA, Großbritannien und Frankreich, in denen die Binnennachfrage stärker ist.

Besonders stark profitieren die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer von der starken Auslandsnachfrage. Die Branche erhielt im Juni 21 Prozent mehr Aufträge aus dem Ausland als im Vorjahresmonat, berichtete der Branchenverband VDMA gestern. Die Nachfrage aus dem Inland zog zwar nur um 10 Prozent an, übertraf damit aber die Prognosen: „Im Inland läuft es besser als erwartet“, sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Bei vielen Unternehmen gebe es enormen Nachholbedarf. In den vergangenen drei Jahren habe kaum jemand investiert.

Auch das RWI rechnet mit wachsender Investitionsbereitschaft der Wirtschaft: „Immer mehr Unternehmen werden im kommenden Jahr an ihre Kapazitätsgrenze stoßen“, sagte Roland Döhrn, RWI-Konjunkturchef. Die Investitionen dürften deshalb steigen, „und das kommt dann auch am Arbeitsmarkt an“.

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