Institute heben Prognosen an
Euro-Zone im Aufwind

Die Wirtschaft in der Euro-Zone wird nach Einschätzung von zehn europäischen Forschungsinstituten in diesem Jahr um 2,6 Prozent wachsen und damit stärker als noch von ihnen im Frühjahr mit 2,2 Prozent prognostiziert. Die im Netzwerk Euroframe zusammengeschlossenen Institute, darunter auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft, sind damit etwas optimistischer als die EU-Kommission und der Internationale Währungsfonds.

ari DÜSSELDORF. 2007 erwartet Euroframe allerdings eine Abschwächung des Wachstums auf 1,9 Prozent, 2008 eine kaum höhere Rate von 2,0 Prozent.. Die geringere Dynamik begründen die Institute mit der Abkühlung der US-Konjunktur, wodurch auch der Produktionsanstieg in der übrigen Welt an Fahrt verliere, den höheren Zinsen und Dämpfungseffekten seitens der Finanzpolitik, nicht zuletzt durch die Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland.

Die Steuererhöhung lässt nach dem Euroframe-Herbstbericht auch die Inflationsrate länger über der von der Europäischen Zentralbank (EZB) gewünschten Marke verharren. Die Institute rechnen mit einem Anstieg der Verbraucherpreise von 2,2 Prozent in diesem und 2,3 Prozent im nächsten Jahr. In Deutschland klettere sie von 2,0 auf 2,6 Prozent. Sie läge damit sogar vorübergehend deutlich über dem Durchschnitt des Euro-Raums. Die EZB hält Preisstabilität bei nahe, aber unter zwei Prozent für gerade noch gegeben.

Nach Ansicht der Institute rückt die Inflationsrate in der Euro-Zone erst 2008 mit dann 2,0 Prozent im Jahresdurchschnitt wieder näher an diese Marke heran. Die Euroframe-Institute gehen gleichwohl davon aus, dass die EZB die Leitzinsen im Euro-Raum nur bis Ende dieses Jahres auf dann 3,5 Prozent erhöhen wird. Danach rechnet Euroframe wegen der „dann wohl erkennbaren konjunkturellen Verlangsamung“ mit einem unveränderten Leitzinsniveau.

In zwei der zwölf Euro-Länder hat sich nach neuen Zahlen das Wachstum bereits im zweiten Quartal stärker beschleunigt als bisher gemeldet. Für Frankreich und die Niederlande revidierten deren Statistikämter am heutigen Donnerstag den Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem ersten Quartal von 1,1 auf 1,2 Prozent und von 1,0 auf 1,2 Prozent nach oben. In den Niederlanden war das Wachstum damit so stark wie seit gut zwei Jahren nicht mehr.

In beiden Ländern war damit das Wachstum im zweiten Quartal doppelt so stark als in den USA (0,6 Prozent), wenn man die in Amerika favorisierte auf ein Jahr hochgerechnete Rate auf den Vergleich zum Vorquartal herunterbricht. Ähnlich langsam wuchs allerdings die britische Wirtschaft, nachdem die Wachstumsrate auf Quartalssicht von 0,8 auf 0,7 Prozent nach unten korrigiert worden ist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%