Internationaler Währungsfonds
IWF-Chef: Es ist noch nicht vorbei

Die Bereinigung der Bankbilanzen geht Dominique Strauss-Kahn nicht schnell genug. Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) fordert verstärkte Anstrengungen - ansonsten wird es mit dem Aufschwung nichts. Und vorschnellen Hoffnungen erteilte Strauss-Kahn eine Absage.

HB WASHINGTON.Im Kampf gegen die dramatische Wirtschafts- und Finanzkrise fordert der Internationale Währungsfonds IWF noch mehr Anstrengungen zur Säuberung der Bankbilanzen von Ramschpapieren. Solange das Problem nicht gelöst sei, „wird eine echte Konjunkturerholung nicht möglich sein“, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Donnerstag in Washington. Er warnte indes, trotz einiger positiver Signale in jüngster Zeit auf ein baldiges Ende der schwersten Wirtschaftsmisere seit Jahrzehnten zu hoffen. „Ich glaube, die Krise ist bei weitem noch nicht vorbei“, betonte er.

Der IWF erwarte nach wie vor, dass die Konjunktur von der ersten Hälfte kommenden Jahres an zu gesunden beginne. Das hänge aber zu einem großen Teil davon ab, wie weit der Finanzsektor wieder in Ordnung gebracht werde. Der Fonds erwartet, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 1,3 Prozent schrumpft. Für 2010 rechnet er mit einem leichten Wachstum von 1,9 Prozent.

Allerdings lägen noch einige „lange Monate der Turbulenzen vor uns“, sagte Strauss-Kahn. „Einige Ampeln stehen zwar auf rot und einige auf grün, aber wir denken die Krise ist noch lange nicht vorbei.“

„Da bewegt sich etwas, aber es bewegt sich nicht schnell genug“, sagte Strauss-Kahn zu den Bemühungen, die Bankbilanzen von problematischen Vermögenswerten zu befreien. Der Fonds halte weiter an seiner Erwartung fest, dass sich in der ersten Hälfte 2010 eine Erholung der Wirtschaft einstelle. Diese Prognose hänge jedoch zu einem großen Teil vom Erfolg im Kampf gegen die Ramschpapiere ab, die den Finanzsektor belasten und die Kreditvergabe behinderten.

Nach Berechnungen des Fonds muss sich die internationale Finanzbranche auf Verluste durch Giftpapiere und faule Kredite in Höhe von mehr als vier Billionen Dollar (rund drei Billionen Euro) einstellen. Ein Drittel davon sei bereits abgeschrieben, der Rest stehe noch aus. Die notleidenden Vermögenswerte stammen laut Weltwährungsfonds zum größten Teil aus den USA, aber auch Europa steuert einen nicht geringen Anteil bei.

Für dieses Jahr hatte der IWF das erste Schrumpfen der Weltwirtschaft seit Jahrzehnten vorausgesagt. Ab Freitag treffen sich in Washington Finanzminister und Notenbankchefs der wichtigsten Wirtschaftsmächte, um einen Weg aus der tiefsten Rezession seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren zu ebnen. Für die ärmeren Länder dieser Welt verdoppelte der IWF am Donnerstag die Höchstgrenze für Hilfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%