Interview mit Hubertus Pellengahr
„Wir sind trotz der Lage optimistisch“

Trotz der herben Enttäuschung im ersten Halbjahr äußert sich der Geschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, im Interview mit dem Handelsblatt zuversichtlich, dass der private Konsum anziehen wird.

Handelsblatt: Der private Konsum konnte die hohen Erwartungen, die auf ihn gesetzt wurden, bei weitem nicht erfüllen. Wird sich das im zweiten Halbjahr ändern?

Pellengahr: Wir sind trotz der gesamtwirtschaftlich trüberen Lage optimistisch, dass der Konsum sich nicht so enttäuschend entwickeln wird. Für den Einzelhandel sehen wir derzeit keinen Grund, unsere Umsatzprognose für das Gesamtjahr von nominal 1,5 Prozent zu ändern.

Was stimmt Sie zuversichtlich?

Das hat drei Gründe: Die Zahl der Beschäftigten nimmt weiterhin zu, wenn auch in langsameren Tempo. Die Höhe der verfügbaren Einkommen steigt. Und die über Monate dramatisch gestiegenen Preise für Öl und Lebensmittel steigen deutlich langsamer oder gehen sogar zurück - das vor allem dürfte die Menschen dazu bringen, wieder mehr Geld auszugeben.

Kaufleuten sagt man nach, ihr Gruß sei die Klage. Und ausgerechnet in einer so schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation strahlen Sie Zuversicht aus. Ist da nicht der Wunsch der Vater des Gedanken, dass die privaten Haushalte weniger konjunkturverdrossen und damit ausgabenfreudiger sein sollten?

Das ist alles relativ. Wir vergleichen die Prognose für 2008 schließlich mit den Umsatzzahlen aus 2007 - und nach dem Jahr, in dem uns die Mehrwertsteuer den Umsatz verhagelte, gehen wir von einem sehr niedrigen Niveau aus. 2008 wird daher zwar relativ gesehen besser, aber wieder ein sehr schwieriges Jahr.

Wie könnte sich das ändern und der gesamte private Konsum in Gang kommen?

Nur durch wirksame Steuer- und Abgabensenkungen. Es dürfen nicht nur kurzfristige Programme durchgesetzt werden, die nur kleine Gruppen wie die Baubranche beglücken. Wenn der Konsum langfristig zu einer Stütze werden soll, müssen die Menschen wieder mehr Geld für Ausgaben in der Tasche haben.

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