Investitionen in Anlagevermögen steigen kräftig
Chinas Wirtschaftswachtum hält unverändert an

Die weltweit siebtgrößte Volkswirtschaft China ist im dritten Quartal mit 9,4 Prozent stärker als erwartet gewachsen. Experten befürchten eine Überhitzung des Marktes und sehen bereits Anzeichen einer Überproduktion.

PEKING. Die Zahlen zeigen, dass das Wachstum nicht an Schwung verloren hat. Es gibt kaum Anzeichen dafür, dass die Maßnahmen zur Begrenzung der Investitionen greifen“, sagte Takamoto Suzuki, Volkswirt bei Mizuho Research Institute in Tokio. Das chinesische Wirtschaftswachstum lag im neunten Quartal infolge über neun Prozent. Experten hatten im Durchschnitt mit einem Wachstum im dritten Quartal von 9,3 Prozent gerechnet.

Vor allem die Investitionen in Anlagevermögen wie Brücken und Fabriken stiegen kräftig. Im September legten sie im Vergleich zum Vorjahresmonat um 29,4 Prozent zu, während die Experten mit einem Anstieg von nur 27 Prozent gerechnet hatten. „Wir sind besorgt, dass die überhitzten Investitionen ins Anlagevermögen immer noch nicht effektiv konktrolliert wurden“, sagte Grace Ng von JP Morgan in Hongkong. Die US-Investmentbank erhöhte ihre Prognose für das chinesische Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 9,3 von bisher neun Prozent.

Die Industrieproduktion stieg im September mit 16,5 Prozent ebenfalls stärker als erwartet. Rückgänge der Preisindices deuten aber auf eine mögliche Überproduktion. Der Index der Konsumentenpreise stieg 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, der Index der Produzentenpreise legte 4,5 Prozent zu. Beide Zahlen lagen damit unter den Erwartungen der Experten. „Das Risiko einer Inflation wird nun zum Risiko einer Disinflation und sogar zum Risiko einer Deflation. Das ist die unausweichliche Konsequenz der Überinvestitionen und des Überangebots“, beschrieb Chris Leung, Volkswirt bei DBS in Hongkong, das Problem. Von Disinflation kann gesprochen werden, wenn die Inflationsrate anhaltend sinkt. Über Deflation spricht man bei einem anhaltenden Preisrückgang.

Chinas expandierende Wirtschaft ist eine der Hauptantriebsfedern für das Wachstum der Weltwirtschaft, weil das bevölkerungsreichste Land der Welt die Nachfrage zum Beispiel nach Stahl, Öl und Industrieanlagen kräftig anschiebt. Die chinesische Regierung will den kräftigen Wachstumskurs beibehalten, aber mehr Gewicht auf inländische Faktoren wie den Konsum legen. Damit will die Regierung in Peking einerseits die Abhängigkeit des Landes von Investitionen und Exporten verringern, andererseits der Kritik vor allem der USA am wachsenden Handelsüberschuss entgegentreten.

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